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E+E 1959
Diese Frage wird leider allzuoft leichtfertig behandelt. Wir müssen jede Benennung abweisen, die eine weitere Abspaltung der Versammlung charakteresieren könnte. Wenn andere Christen sich Katholiken, Evangelische, Calvinisten, Lutheraner, Methodisten, Baptisten usw. nennen, so ist das soweit natürlich; sie tragen den Namen ihrer Kirche. Doch wir "allein zum Namen Jesu hin" Versammlten kennen keine andere Kirche als die "Versammlung Gottes". Wir können uns nicht einen Namen beiliegen, den nicht alle Kinder Gottes tragen könnten. Wenn die Welt, ob religiös oder nicht, uns, wie sie es nicht anders versteht, Darbysten, Exklusive, Mucker oder sonstwie nennt, so ist das ihre Sache. Aber eine besondere Benennung anerkennen, bedeutet, den Grundsatz der Einheit leugnen, auf dessen Boden wir, dem Worte Gottes gehorchend, zusammenkommen. Als Paulus die Korinther tadelte, weil sie sagten: "Ich bin des Paulus, ich aber des Apollos, ich aber Kephas, ich aber Christi", entgegnete er ihnen: "Ist der Christus zerteilt?" (1. Kor 1,12.13).
Das Neue Testament spricht von "Christen", ein Name, der ihnen zu Anfang von der Welt, vielleicht spottend, gegeben wurde (Apg 11,26). Möge unser Zeugnis in der Welt und vor allen Christen derart sein, daß man uns mit diesem Namen ganz einfach als solche bezeichnet, die Christus nachfolgen! In der Apostelgeschichte wird mehrfach von "Jüngern" gesprochen. Mögen wir treue Jünger des Herrn, Seine aufrichtigen Nachahmer sein, "von Herzen gehorsam ... dem Bilde der Lehre, welchem ihr übergeben worden seid", oder, wie auch übersetzt werden kann: "worin ihr unterwiesen worden seid" (Röm 6,17), nämlich "in der Lehre des Christus" (2. Joh 9)!
Die Briefe sprechen von "Heiligen". Wir würden kaum wagen, diesen Namen zu gebrauchen, den doch der inspirierte Apostel auf die Christen in Korinth und in anderen örtlichen Versammlungen anwendet, so in 1. Korinther 14,33, wo er von "allen Versammlungen der Heiligen" spricht; ferner im Römer 1,7; 1. Kor 1,2; 2. Kor 1,1; Eph 1,1; Phil 1,1 und anderen Stellen. Es kann sein, daß jemand diesen Ausdruck mißbracht, weil er ihn nicht richtig versteht. Besonders wenn er von der Welt ausgesprochen wird, kann er Verwirrung anrichten, sogar Ärgernis erregen. Denken wir stets daran, wie unser Herr in Matth 17,27 gehandelt hat. Durch die Gnade des Herrn, nach der Berufung Gottes und kraft des Werkes Christi sind alle Erlösten Heilige, und sie werden ermahnt, zu leben, "gleichwie es Heiligen geziemt" (Eph 5,3).
Vornehmlich wohl ist es der Name "Brüder", der in der Apostelgeschichte und in den Briefen gebraucht wird, Christus schämt sich nicht, die Brüder zu nennen, die Er Selbst geheiligt hat; sie sind "heilige Brüder, Genossen der himmlischen Berufung" (vgl. Hebr 2,11 und 3,1). Dieser Name geziemt der ganzen Familie Gottes. Er sollte unter den Kindern Gottes geläufig sein. Wir brauchen keinen anderen zu suchen; aber noch weniger dürfen wir ihn für uns allein in Anspruch nehmen. Wenn wir ihn anwenden, dürfen wir nicht die große Zahl der Kinder Gottes, die dies mit dem gleichen Recht sind wie wir, übersehen, auch wenn sie uns unbekannt sind, weil sie in der Christenheit zerstreut sind. Wir wollen vielmehr in unserem Herzen schmerzlich empfinden, daß nicht die ganze Familie Gottes bei unseren Zusammenkünften vertreten ist. Wir sind nicht "die Brüder", dondern einfach "Brüder", welche die Gnade Gottes in einer Zeit zusammenführt, in der die Kinder Gottes so viel zerstreut sind.
Erschienen 1981
Herausgeber: Christliche Schriftenverbreitung D-42499 Hückeswagen
Nach einer Übersetzung aus der Zeitschrift "Messager Evangélique" (Schweiz) 1948 /49
Verfasser des Originalaufsatzes: A. Gibert
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