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E+E 1959
Das höchste Gut des Menschen auf Erden ist sein Leben. Reichtum zu verlieren bedeutet viel, Gesundheit zu verlieren mehr, aber das Leben verlieren ist alles. Darum wird auch keine Mühe gescheut, es zu erhalten, es so angenehm wie möglich zu gestalten und viel im Leben zu erreichen. Jeder weiß, daß das Leben des einzelnen Menschen, gemessen an den verflossenen Jahrtausenden, nur kurz ist."Ein Dampf, der eine kleine Zeit sichtbar ist und dann verschwidet" (Jakobus 4, Vers 14). Hiob sagte: "Meine Tage eilen schneller dahin als ein Läufer, sie entfliehen, schauen das Glück nicht" (Hiob 9, Vers 25). Niemand kann das Leben festhalten, es eilt dem Tag entgegen, wo es für diese Erde aufhört. Manches Leben ist besonders kurz und endet schon in der blühenden Jugend. Der König David sagte: "Nur ein Schritt ist zwischen mir und dem Tode" (1. Samuel 20, Vers 3). Andere Menschen erreichen ein hohes Alter. Des einen Leben verläuft in Armut, das des anderen in Reichtum. Der eine verbringt es in Gesundheit, der andere muß es in Leiden und Krankenhaus zubringen. So ist das Leben ein steter Wechsel von traurigen und glücklichen Tagen. In der Folge werden deshalb viele mit den Problemen des Lebens nicht fertig und begehen Selbstmord. In unserem Lande sind es jährlich ca. 17000 Personen, und weitere ca. 100 000 unternehmen den Versuch dazu. Auch etwa 100 000 Ehescheidungen im Jahr werfen noch dazu die Frage nach dem Sinn und Inhalt des Lebens auf. War es ein verlorenes, mit Enttäuschungen und vergeblichen Bemühungen ausgefülltes Leben mit einer ungewissen Zukunft, voll ungelöster Fragen? Man geht dem Tag X entgegen und stellt sich die Frage: "Soll das bisher gelebte alles sein? Und wenn der Tod das Ende ist, warum dann erst geboren werden? Oder ist das Sterben erst der Anfang?"
Ist's auch eine Freude, Mensch geboren sein?
Darf ich mich auch heute meines Lebens freun?
Wo so viele Tränen, so viel Angst und Not,
so viel banges Sehnen, Schmerz und endlich Tod?
Ja, es wär' zum Weinen, wenn kein Heiland wär',
aber Sein Erscheinen bracht' den Himmel her.
Wüßten's doch die Leute, wie's beim Heiland ist,
sicher würde heute mancher noch ein Christ.
Wer zu Ihm kann sagen: "Mein Gott und mein Herr!"
der darf nimmer klagen, stets wird's herrlicher.
Endlich kommt er leise, nimmt uns bei der Hand,
führt uns der Reise heim ins Vaterland.
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