2. Korinther 5,20

Lasst euch versöhnen mit Gott!
 

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Der Admin

Zum Nachdenken!

"Jede Verbindung mit der Welt hindert uns daran, die Welt zu überwinden".

J. N. D.
E+E 1959

1. Wer gehört zur Versammlung?

Hinsichtlich der Menschen, aus denen die Versammlung Gottes besteht, können wir eigentlich mit einem Wort sagen, dass es nur solche sind, die im Besitz der Errettung oder des ewigen Lebens sind. Wir kommen nicht in die Versammlung, um errettet zu werden, sondern als solche, die bereits errettet sind. Das Wort sagt nicht: "Auf meine Versammlung will ich die Errettunt von Seelen gründen", sondern: "Auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen" (Mt 16,18). Einer der Lehrsätze, mit dem sich die Römische Kirche rühmt, lautet: "Extra ecclesiam nulla salu", d.h. "Außerhalb der Kirche gibt es kein Heil." Ja, aber wir können sogar noch einen Schritt weitergehen und sagen: "Ohne den wahren Felsen gibt es keine Kirche (oder Versammlung)". Nimm den Felsen weg, und es bleibt nichts übrig als ein Gebilde voller Irrtum und Verderbtheit ohne jegliche Grundlage. Was für ein elender Trugschluß, wenn man meint, durch die Zugehörigkeit zur Kirche (Versammlung) Errettung finden zu können!

Gott sei Dank, es ist nicht so! Wir kommen nicht durch die Versammlung zu Christus, sondern durch Christus zur Versammlung. Diese Ordnung umzukehren bedeutet, Christus ganz und gar zu verdrängen und dadurch weder Felsen, noch Kirche (Versammlung), noch Errettung zu besitzen. Wir begegnen Christus als dem lebenspendenden Erretter, bevor wir überhaupt irgendetwas über dieVersammlung sagen können. Daher konnte man auch im Besitz des ewigen Lebens sein und sich der vollen Erlösung erfreuen, obwohl es so etwas wie die Versammlung Gottes auf der Erde noch gar nicht gab.1)

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1) Der Leser wird gut daran tun, die Tatsache zu beachten, dass wir in Matthäus 16 die allererste Anspielung auf die Versammlung haben; und der Herr spricht von ihr an dieser Stelle als von etwas Zukünftigem. Er sagt: "Auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen", und nicht: "Ich habe gebaut", oder: "Ich baue". Kurz gesagt, die Versammlung bestand nicht, bevor unser Herr Christus von den Toten auferstanden und zur Rechten Gottes verherrlicht war. Dann, und nicht eher, wurde der Heilige Geist herabgesandt, um die Gläubigen aus den Juden und aus den Nationen zu einem Leib zu taufen und sie mit dem auferstandenen und verherrlichten Haupt im Himmel zu vereinen. Von dem Zeitpunkt an, wo der Heilige Geist herabgekommen ist, besteht nun dieser eine Leib auf der Erde; und er besteht auch jetzt noch und wird bestehen bleiben, bis Christus kommt, um ihn zu Sich zu holen. Die Versammlung Gottes ist eine absolut einzigartige Sache. In den Schriften des Alten Testaments ist nichts darüber zu finden. Paulus sagt ausdrücklich, dass sie in früheren Zeiten nicht offenbart gewesen ist; sie war verborgen in Gott und wurde nicht eher bekannt gemacht, bis er damit beauftragt wurde (lies dazu sorgfältig Römer 16,25.26; Epheser 3,3-11; Kolosser 1,24-27). Es ist eine höchst gesegnete Wahrheit, dass Gott auch in den Tagen des Alten Testaments ein Volk hatte. Es war nicht einfach nur die Nation Israel, sondern ein erwecktes, gerettets, geistliches Volk; sie lebten durch Glauben, gingen in den Himmel ein und sind nun dort als "die Geister der vollendeten Gerechten" (Hebr 12,23). Aber vor der Stelle in Matthäus 16 wird nie von der Versammlung gesprochen, und auch dort nur als von etwas Zukünftigen. Was den Ausdruck des Stephanus in Apostelgeschichte 7,38 betrifft: "... die Versammlung in der Wüste", so ist ziemlich allgemein bekannt, dass damit einfach das Volk Israel als Gemeinschaft gemeint ist. Die zeitlichen Eckpunkte der Geschichte der Versammlung Gottes auf der Erde sind Pfingsten (Apg 2) und die Entrückung (1. Thess 4,16.17).

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In Tagen wie den unsrigen, wo sich die hirchlichen Anmaßungen zu einer derartigen Höhe versteigen, können wir gar nicht einfältig genug sein im Blick auf das Ergreifen und Festhalten dieser Wahrheit. Die fälschlich sogenannte Kirche öffnet ihren Schoß mit einer verführerischen Güte und lädt den armen, unter der Last seiner Sünde schwer Beladenen und der Welt Überdrüssigen ein, in ihrem Schoß Zuflucht zu suchen. Mit berechnender Großzügigkeit reißt sie die Türen ihrer Schatzkammern weit auf und stellt ihre Hilfsmittel bedürftigen und verlangenden Seelen zur Verfügung. Und tatsächlich über diese Mittel eine starke Anziehungskraft auf solche aus, die nicht auf dem "Felsen" stehen. Da gibt es ein ordiniertes Priestertum, das von sich behauptet, in direkter Linie vob den Aposteln abzustammen. Aber ach! wie völlig verschieden sind die beiden Enden dieser Linie! Auch gibt es dort ein beständiges Opfer. (Hebr 9,22). Da gibt es prachtvolle Zeremonien. Aber ach! sie haben ihren Ursprung unter den Schatten einer längst vergangenen Zeit - unter Schatten, die durch die Person, das Werk und den Dienst des ewigen Sohnes Gottes für immer abgelöst und ersetzt worden sind. In alle Ewigkeitsei Seinem einzigartigen, unvergleichlichen Namen Anbetung gebracht!

Für den Gläubigen gibt es eine endgültige und überzeugende Entgegnung auf all die Ansprüche und Versprechungen des römischen Systems. Er kann sagen, dass er in dem gekreuzigten und auferstandenen Retter bereits alles gefunden hat. Was soll er sich von Meßopfern erhoffen? Er ist reingewaschen in dem Blut Christi. Was soll er von einem armen, sündigen, sterblichen Priester erwarten können, der noch nicht einmal sich selbst retten kann? Der Sohn Gottes selbst ist unser Priester. Was hat er von den pompösen Zeremonien mit ihrem ganzen imponierenden Beiwerk zu erwarten? Er steht nun im Heiligtum, in das er durch das Blut Jesu mit Freimütigkeit eintritt (Hebr 10,19), und betet dort in Geist und Wahrheit an.

Doch wir haben es bei der Darlegung unseres ersten Punktes nicht nur mit der römisch-katholischen Kirche zu tun. Wir fürchten, dass es außerhalb des römischen Katholizismus noch Tausende gibt, die in ihrem Herzen die Kirche suchen; und wenn sie auch nicht meinen, durch sie errettet werden zu können, dann sehen sie sie aber doch zumindest als eine wesentliche Station auf dem Weg dorthi an. Deshalb ist es auch so außerordentlich wichtig, klar zu sehen, dass die Versammlung Gottes aus solchen besteht, die die Errettung bereits besitzen, die ewiges Leben haben; so dass, was auch immer das Wesen oder Ziel dieser Versammlung sein mag, es ganz gewiß nicht darin besteht, ihren Gliedern die Errettung zu verleihen, weil alle ihre Glieder schon errettet sind. ehe sie überhaupt der Versammlung angehören. Die Versammlung Gottes besteht in ihrem ganzen Umfang aus Erlösten. Gesegnete Tatsache! Sie iet keine Institution, die mit dem Ziel aufgerichtet worden ist, verlorenen Sündern die Errettung zu verleihen, auch nicht, um deren religiösen Bedürfnissen zu entsprechen. Sie ist ein erlöster, lebendiger Leib, gebildet und versammelt durch den Heiligen Geist, um "den Fürstentümern und den Gewlten in den himmlischen Örtern die sehr mannigfaltige Weisheit Gottes" kundzutun (Eph 3,10), und um dem ganzen Universum kungzumachen, dass der Name Jesu für alles genügt.

Satans großer Widerstand gegen die Versammlung Gottes

Nun ist sich der große Widersacher Christi un der Versammlung aber sehr wohl bewußt, zu welch einem machtvollen Zeugnis die Versammlung Gottes berufen und bestimmt ist, und dahr wendet er seine ganze satanische Macht an, um dieses Zeugnis in jeder nur denkbaren Weise zu unterdrücken. Er haßt den Namen Jesu und alles, was zur Verherrlichung dieses Namen führt. Daher auch sein äußerster Widerstand gegen die Versammlung als Ganzes und auch gegen jede örtliche Darstellung dieser Versammlung, wo immer eine solche auch bestehen mag. Gegen bloße religiöse Einrichtungen, die zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse des Menschen aufgerichtet und entweder durch die Regierung oder durch freiwillige Anstrenungen aufrechterhalten werden, erhebt er keinen Widerspruch. Du kannst aufrichten, was du willst. Für Satan kannst du tun und lassen, was du willst und alles sein, was dir gefällt. Du kannst dich verbinden mit allesm, was dir gefällt - nur nicht mit der Versammlung Gottes, einem Praktischen Ausdruck von ihr an irgendeinem Ort. Die haßt er aus tiefsten Herzen; und mit allem, was in seiner Macht steht, bemüht er sich, sie schlechtzumachen und zu zerstören. Aber mit göttlicher Macht dringen die ermunternden und tröstlichen Worte unseres Herrn Jesus Christus in die Ohren des Glaubens: "Auf diesen Felsen werde ich meine Versammlung bauen, und des Hades Pforten werden sie nicht überwältigen".

 

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