Liebe Besucher, durch einen Providerwechsel hat sich die Domain dieser Seiten geändert. Zu erreichen sind meine Seiten jetzt über: lassteuchversoehnenmitgott.deJ. N. D.
E+E 1959
Wir müssen nun noch einen kurzen Blick auf unseren dritten Punkt werfen, nämlich auf die Frage, in welcher Kraft die Versammlung sich versammelt. Auch hier ist wieder der Mensch und sein Tätigwerden beiseitegesetzt. Es ist nicht der Wille des Menschen, der etwas auswählt, noch die menschliche Vernunft, die etwas entdeckt, noch menschliche Beurteilung, die etwas vorschreibt, noch das Gewissen des Menschen, das etwas fordert; es ist der Heilige Geist, der Seelen zu Jesus hin versammelt. So wie Jesus der alleinige Mittelpunkt ist, so ist der Heilige Geist die alleinige Kraft, die die Gläubigen zusammenruft. Der eine ist genauso wenig von dem Menschen abhängig, wie der andere. Es heißt: "Wo zwei oder drei versammelt sind...", und nicht: "Wo zwei oder drei sich treffen". Menschen mögen sich um irgendeinen Mittelpunkt treffen, auf irgendeinem Boden, aus irgendeinem Beweggrund, und da eine Gesellschaft bilden, eine Vereinigung, eine Gemeinschaft. Aber der Heilige Geist versammelt erlöste Seelen allein zu Christus hin.
Eine Versammlung mag nicht alle Heiligen Gottes an diesem Ort umfassen, aber sich doch auf dem Boden der Versammlung Gottes befinden, wenn es dort nichts anderes gibt. Sie mag nur aus den "zwei oder drei" bestehen, und um sie herum mag es Hunderte von Christen in den verschiedensten religiösen Systemen geben; aber dann befinden sich die "zwei oder drei" doch auf dem Boden der Versammlung Gottes. Sie können nicht als die Versammlung Gottes an diesem Ort angeredet werden, aber wenn sie sich als Glieder des Leibes Christi versammeln, dann nehmen sie den Boden der Versammlung Gottes ein.
Der Heilige Geist versammelt allein zu dem auferstandenen Herrn
Das ist eine ganz einfache Wahrheit. Eine Seele, die sich vom Heiligen Geist leiten läßt, wird sich allein zu dem Namen des Herrn hin versammeln; und wenn wir uns um irgend etwas anderes versammeln, sei es eine bestimmte Wahrheit, oder ein Ritual oder etwas anderes, dann sind wir in dieser Sache nicht vom Heiligen Geist geleitet. Dabei geht es nicht um die Frage, ob jemand Leben hat oder errettet ist. Tausende sind durch Christus errettet worden und anerkennen Ihn doch nicht als den alleinigen Mittelpunkt. Sie versammeln sich zu einer bestimmten Art kirchlicher Verwaltung, zu einer bevorzugten Lehre, zu einem bestimmten Ritus, oder zu einem begabten Mann. Der Heilige Geist wird niemals zu etwas Derartigem hin versammeln. Er versammelt allein um einen auferstandene Christus. Das gilt für die ganze Versammlung Gottes überall auf der Erde; und jede örtliche Versammlung, wo immer sie auch zusammenkommt, ist der Ausdruck des Ganzen.
Was nun die Kraft in einer Versammlung betrifft, so hängt sie ganz wesentlich davon ab, in welchem Maß sich jeder der dort Versammelten in seinem Herzen zu dem Namen Jesu hin versammelt. Wenn ich mich bloß mit einer Gemeinschaft zusammenfinde, die besondere Auffassungen vertritt - wenn ich durch die Menschen oder die dort verkündigte Lehre angezogen werde -, mit einem Wort, wenn es nicht die Kraft des Heiligen Geistes ist, die mich zu dem wahren Mittelpunkt der Versammlung Gottes führt, dann werde ich mich nur als Hindernis erweisen, als Belastung, als eine Ursache für Schwachheit. Ich werde auf die Versammlung wirken, als würde jemand das Licht einer Kerze auslöschen, und statt zur allgemeinen Klarheit und Nützlichkeit beizutragen, bewirke ich genau das Gegenteil.
Das alles ist außerordentlich praktisch. Es sollte mich zu vielen Herzensübungen und zum Selbstgericht veranlassen im Blick auf das, was mich zu einer Versammlung hingezogen hat und was mein Verhalten dort betrifft. Wir sind völlig überzeugt davon, dass das Niveau und das Zeugnis einer Versammlung sehr darunter gelitten haben, dass Personen anwesend waren, die gar kein Verständnis über ihre Stellung hatten. Einige sind nur deshalb zugegen, weil sie Segen und Belehrung empfangen, die sie woanders nicht bekommen können. Einige kommen, weil ihnen die Schlichtheit der Anbetung gefällt. Andere wieder kommen und erwarten Liebe. Jeder dieser Beweggründe bleibt weit hinter dem wahren Ziel zurück. Wir sollten einfach aus dem Grund in einer Versammlung sein, weil dort der Name Jesu der einzig anerkannte Maßstab ist und der Heilige Geist uns dorthin "versammelt" hat.
Ohne Zweifel ist der Dienst sehr wertvoll, und wir werden ihn auch - in mehr oder weniger großee Kraft - dann empfangen, wenn alles an seinem Platz ist. Das gleiche gilt für den einfachen Charakter der Anbetung; wir werden dann schlicht und echt und wahr sein, wenn wir uns der Gegenwart Gottes bewußt sind und die Unumschränktheit des Heiligen Geistes anerkennen und uns ihr unterwerfen. Und was die Liebe angeht, so werden wir mit Sicherheit gründlich enttäuscht werden, wenn wir sie nur von den anderen erwarten; wenn wir aber selbst befähigt sind, sie auszuüben und zu offenbaren, dann können wir sicher sein, dass wir weit mehr empfangen, als wir erwarten oder verdienen. Im allgemeinen wird man finden, dass solche, die sich unablässig über den Mangel an Liebe bei anderen beklagen, selbst in der Betätigung der Liebe völlig versagen. Una andererseits werden dir solche, die wirklich in Liebe wandeln, erzählen, dass sie tausendfach mehr empfangen, als sie selbst erwartet haben. Laßt uns daran denken, dass der beste Weg, Wasser aus einer ausgetrockneten Pumpe zu bekommen, darin besteht, erst einmal selbst ein wenig Wasser hineinzuschütten. Du kannst den Pumpenschwengel bis zur Erschöpfung auf- und abbewegen und dann ärgerlich und ungeduldig weggehen und über diese schreckliche Pumpe schimpfen; wenn du jedoch etwas Wasser hineingießt, dann bekommst du als Antwort eine sprudelnde Quelle, die selbst deine tiefsten Bedürfnisse befriedigen wird.
Kein unerreichbares Ideal
Wir haben nur einen schwachen Begriff davon, was eine Versammlung sein könnte, wenn jeder einzelne allein zu Jesu hin versammelt und ausschließlich vom Heiligen Geist geleitet wäre. Da brauchten wir uns nicht über schwerfällige, nutzlose und ermüdende Zusammenkünfte zu beklagen. Wir brauchten keine Furcht davor zu haben, dass sich die alte Natur und ihre Unruhe auf unheilige Weise einmischt; es gäbe keine nur dahergesagten Gebete, kein Reden nur um des Redens willen, kein Blättern im Liederbuch, nur um eine Pause zu überbrücken. Jedem einzelnen wäre bewußt, dass er sich in der unmittelbaren Gegenwart des Herrn befindet; jedes begabte Gefäß wäre erfüllt, zubereitet und von der Hand des Meisters benutzt; jedes Auge wäre nur auf den Herrn Jesus gerichtet, jedes Herz nur mit Ihm beschäftigt. Würde ein Kapitel vorgelesen, es wäre gerade wie die Stimme Gottes. Würde etwas gesagt, es würde sich mit Macht auf die Herzen der Hörer legen. Würde ein Gebet gesprochen, es würde die Herzen direkt in die Gegenwart Gottes bringen. Würde ein Lied gesungen, es würde den Geist zu Gott erheben und wäre, wie wenn die Saiten einer himmlischen Harfe zum Klingen gebracht werden. Es gäbe keine vorbereiteten Predigten, keine zurechtweisenden oder belehrenden Gebete, als wollte wir Gott die Lehre Seines Wortes erklären oder Ihm eine Unmenge Dinge über uns selbst erzählen; keine Gebete für unsere Nächsten oder Bitten um alle dankbaren Arten von Gnade für sie, an denen es uns selbst jämmerlich fehlt; kein Singen nur der schönen Musik wegen, und niemand würde Anstoß nehmen, wenn der Gesang nicht völlig harmonisch klingen würde. Alle diese Mißstände würden nicht auftreten. Wir würden uns wie im Heiligtum Gpttes fühlen und einen Vorgeschmack von jener Zeit genießen, wo wir droben anbeten und nie mehr hinausgehen werden.
Nun mag man uns fragen: "Wo ist denn das alles hier auf der Erde überhaupt zu finden"? Ja, das ist wirklich die Frage. Es ist eine Sache, ein vollkommenes Vorbild auf Papier zu beschreiben, und eine andere, dies auch inmitten von Irrtum, Versagen und Schwachheit zu verwirklichen. Durch die Barmherzigkeit Gottes hat so mancher von uns von Zeit zu Zeit ein wenig von dieser Glückseligkeit schmecken dürfen. Wir konnten gelegentlich Augenblicke genießen, wo wir den Himmel auf Erden hatten. O hätten wir doch mehr davon! Möchte der Herr in Seiner großen Barmherzigkeit doch das Niveau und den Ton der Zusammenkünfte überall emporziehen! Möchte Er unsere Fähigkeit zu tieferer Gemeinschaft und geistlicher Anbetung noch überaus vermehren! Möchte Er uns befähigen, uns in unserem persönlichen Leben Tag für Tag so zu verhalten, dass wir uns selbst und unsere Wege beständig in Seiner heiligen Gegenwart richten, damit wir uns wenigstens nicht als Klotz oder Ballast oder Hindernis für irgendeine der Versammlungen Gottes erweisen.
Und wenn wir auch nicht in der Lage sein mögen, uns in der praktischen Verwirklichung zu der wahren Darstellung der Versammlung Gottes zu erheben, dann laßt uns trotzdem niemals mit etwas Geringerem zufrieden sein. Laßt uns aufrichtig diesen erhabenen Maßstab anstreben und ernstlich darum beten, dahin emporgehoben zu werden. Mit aller Beharrlichkeit sollten wir darauf bedacht sein, an den Grundsätzen der Versammlung Gottes festzuhalten, und auch nicht eine Stunde einwilligen, einen anderen Boden einzunehmen.
Übungen und Prüfungen bleiben der Versammlung Gottes nicht erspart
Was das Niveau und den Charakter einer Versammlung betrifft, so mögen diese enormen Schwankungen unterworfen zu sein; sie hängen immer von den Gläubigen und dem geistlichen Zustand derer ab, die versammelt sind. Wenn man den Eindruck hat, dass das Niveau niedrig ist - wenn Zusammenkünfte als wenig oder gar nicht nutzbringend empfunden werden, wenn wiederholt Dinge gesagt und getan werden, die von einem geistlichen Gemüt als völlig fehl am Platz empfungen werden -, dann mögen alle, die dafür ein Empfinden haben, auf Gott warten, anhaltend und vertrauensvoll auf Gott warten, und Er wird mit Sicherheit hören und antworten. Auf diese Weise werden gerade die Prüfungen und Übungen, die eine Versammlung durchmacht, die glückliche Wirkung haben, dass sie uns unmittelbar zu Ihm führen; und so wird aus dem Fresser Fraß hervorkommen und aus dem Starken Süßigkeit (Richter 14,14). Wir müssen in jedem örtlichen Ausdruck der Versammlung mit Übungen und Prüfungen rechnen, weil sie nämlich der richtige und göttliche Weg für Gottes Volk auf der Erde ist. Der Teufel wird alles aufbieten, um uns von diesem wahren und heiligen Boden abzuziehen. ER wird unsere Geduld erproben, unser Temperament, wird unsere Gefühle ververletzen und auf zahllose Weise Ärgernisse verursachen; er wird alles aufbieten, damit wir den wahren Boden der Versammlung aufgeben.
Es ist gut, dass wir uns das vor Augen halten. Nur durch Glauben können wir an der göttlichen Grundlage festhalten. Das kennzeichnet die Versammlung Gottes und unterscheidet von jedem menschlichen System. Nur durch Glauben können wir da vorangehen. Und außerdem, wenn du etwas darstellen willst, wenn du eine gewisse Stellung suchst, wenn du dich selbst erhöhen willst, dann brauchst du an einen wahren Ausdruck von der Versammlung nicht zu denken. Dort wirst du sehr bald den Platz einnehmen, der dir zukommt, wenn sie in irgendeiner Hinsicht das ist, was sie sein sollte.Fleischliche oder weltliche Größe in irgendeiner Form sind in einer solchen Versammlung bedeutungslos. Die Gegenwart Gottes läßt alles Derartige verwelken und nivelliert alle menschliche Anmaßung.
Geheime Sünde paßt nicht in die Gegenwart Gottes
Du kannst es in einer solchen Versammlung auch nicht lange aushalten, wenn du in geheimer Sünde lebst. Ein solcher Zustand paßt nicht in die Gegenwart Gottes. Haben wir in den Zusammenkünften nicht oft ein Empfinden des Unbehagens gehabt, weil wir an viele Dinge erinnert wurden, due wir während der Woche gar nicht so recht bemerkt hatten? Verkejrte Gedanken, törichte Worte, ungeistliches Verhaltenh - alle duese Dinge drängen sich uns auf und bringen das Gewissen in Tätigkeit, und das in der Versammlung! Wie kommt das? Weil die Atmosphäre in der Versammlung weitaus mehr Herz und Gewissen erforscht als alles, was wir die ganze Woche über eingeatmet haben. Wir waren in unserem persönlichen Wandel nicht in der Gegenwart Gottes. Wir haben auch das Selbstgericht vernachlässigt; und wenn wir dann in einer geistlichen Versammlung sind, werden unsere Herzen offenbar, auf unsere Wege fällt das Licht Gottes; und diese Gewissenübungen, die eigentlich schon im Verborgenen hätten stattfinden sollen, nämlich im notwendigen Selbstgericht, müssen nun am Tisch des Herrn erfolgen. Das ist eine armselige und erbärmliche Sache für uns, aber sie ist ein Beweis für die machtvolle Gegenwart Gottes in der Versammlung.
Wenn die Herzen in einer örtlichen Versammlung nicht nehr auf diese Weise aufgedeckt und enthüllt werden, dann müssen die Dinge dort in einem bedauerlich niedrigen Zustand sein. Es ist ein erfreulicher Beweis für die Kraft des Heiligen Geistes in einer Versammlung, wenn oberflächliche, weltliche, sich selbst erhebende, geltliebende, gewissenlose Personen sich gezwungen sehen, sich selbst in der Gegenwart Gottes zu verurteilen, oder aber durch die geistliche Atmosphäre fortgetrieben werden. Eine solche Versammlung ist kein Platz für sie. Sie können draußen freier atmen.
Wir können nicht umhin, zu urteilen, dass viele von denen, die den Boden der Versammlung verlassen haben, dies getan haben, weil sich ihr praktischer Wandel nicht mit der Reinheit dieses Platzes vertrug. Zweifellos ist es in solchen Fällen einfach, als Entschuldigung den praktischen Zustand derer auzuführen, die man verlassen hat. Würde jedoch in jedem einzelnen Fall die Wurzel der Dinge aufgedeckt, so würden wir finden, dass viele eine Versammlung deshalb verlassen, weil sie es nicht ertragen können oder weil es ihnen widerstrebt, ihrem erforschenden Licht ausgesetzt zu sein. "Deine Zeugnisse sind sehr zuverlässig. Deinem Hause geziemt Heiligkeit, Jehova, auf immerdar" (Ps 93,5). Böses muß gerichtet werden, denn Gott kann es nicht dulden. Wenn eine Versammlung Böses duldet, dann ist sie praktisch gar keine Versammlung Gottes, obwohl sie - wie wir sagen - aus Christen bestehen mag. Vorzugeben, eine Versammlung Gottes zu sein, und falsche Lehren und böse Wege nicht zu richten, läuft eigentlich auf die Gotteslästerung hinaus, dass Gott und Gottlosigkeit zusammengehen könnten.
Die Versammlung Gottes muß sich selbst rein halten, weil sie die Wohnstätte Gottes ist. Menschen mögen Böses dulden und das als Großzügigkeit und Weitherzigkeit bezeichnen; aber das Haus Gottes muß sich selbst rein halten. Möchte diese große praktische Wahrheit tief in unsere Herzen dringen und einen heiligen Einfluß auf unseren Charakter und unseren Wandel ausübern.
Theme by Danetsoft and Danang Probo Sayekti inspired by Maksimer