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E+E 1959
Einige weitere Worte mögen genügen, um als letzes noch die Autorität vorzustellen, aufgrund deren eine Versammlung zusammenkommt. Es ist allein das Wort Gottes. Die große Charta, das Grundgesetz der Versammlung, ist das ewige Wort des lebendigen und wahren Gottes. Es sind nicht die Überlieferungen, die Lehren oder die Gebote von Menschen. Eine Schriftstelle, auf die wir im Verlauf dieses Aufsatzes schon mehrfach hingewiesen haben, enthält gleichzeitig das Banner, um das die Versammlung sich schart, die Kraft, durch die sie zusammenkommt, und die Autorität, in der sie sich versammelt: es sind der Name des Herrn Jesus, der Heilige Geist und das Wort Gottes.
Diese drei sind nun aber überall in der ganzen Welt die gleichen. Ob ich nach Neuseeland, Australien, Kanada, London, Paris, Edinburgh oder Dublin gehe, überall sind der Mittelpunkt, die Kraft und die Autorität ein und dieselbe. Wir können keinen anderen Mittelpunkt als Christus anerkennen, keine andere wirksame Kraft als den Heiligen Geist, keine andere Autorität als das Wort Gottes, und kein anderes charakteristisches Merkmal als Heiligkeit im praktischen Leben und gesunde Lehre.
Ein Zeugnis, in dem diese Dinge verwirklicht werden, ist ein wahrer Ausdruck der Versammlung Gottes; etwas anderes können wir nicht anerkennen. Heilige Gottes als solche können wir wohl anerkennen, lieben und achten, wo wir sie antreffen; aber menschliche Systeme tragen nach unserem Urteil zur Verunehrung Christi bei und stehen den wahren Interessen der Heiligen Gottes feindlich entgegen. Unser Sehnen geht dahin, alle Christen auf dem wahren Boden der Versammlung zu sehen. Wir glauben, dass dies der Platz des wirklichen Segens und eines wirkungsvollen Zeugnisses ist. Wir glauben, dass das Ausleben und Verwirklichen der Grundsätze der Versammlung in einer Weise Zeugnis ablegt, wie es anders nicht möglich ist, selbst wenn jedes einzelne Glied hinsichtlich der evangelistischen Kraft ein wahrer Whitefield1) wäre. Wir sagen das nicht, um die evangelistische Arbeit herabzustufen. Auf keinen Fall! Wir wünschten, jeder wäre ein echter Whithefield. Aber wir können unsere Augen auch nicht vor der Tatsache verschließen, dass viele, die mit der Begründung ausgegangen sind, als Evangelisten arbeiten zu wollen, dazu neigen, die Versammlung zu schmähen; und wenn wir dann ihren Weg verfolgen und die Ergebnisse ihres Dienstes untersuchen, dann finden wir, dass sie keine Nahrung für die Seelen haben, die durch ihren Dienst zur Bekehrung gekommen sind. Anscheinend wußten sie nicht recht, was dann mit ihnen zu tun war. Sie hatten die Steine aus dem Steinbruch herausgebrochen, sie aber nicht zusammengefügt. Die Folge davon ist, dass diese Seelen hierhin und dorthin zerstreut worden sind; einige verfolgen einen ziellosen Kurs, andere leben kirchlich gesehen in Isolation - aber im Blick auf den wahren Boden der Versammlung kommen sie alle zu kurz.
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1) George Whitefield (1714 . 1770); großer Bußprediger aus dem Methodismus, einer Bewegung, die fast ausschließlich missionierend und evangelistisch tätig ist. (Anmerkung des Übersetzers nach der "Geschichte der christlichen Kirche" von A. Miller, erschienen bei: Ernst-Palus-Verlag, D-67434 Neustadt.)
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Der einfache Weg für die Seinen
Nun, wir glauben, dass sie alle sich auf dem Boden der Versammlung Gottes versammeln sollten, um "Gemeinschaft im Brechen des Brotes und in den Gebeten" (Apg 2,42) zu haben. Sie sollten am ersten Tag der Woche versammelt sein, "um Brot zu brechen" (vgl. Apg 20,7), und auf den Herrn Christus warten, damit sie durch den Mund eines Dieners, den Er gebrauchen will, auferbaut werden. Das ist der einfache Weg - der normale, göttliche Gedanke. Es mag natürlich sein, dass wegen der grundverschiedenen, einander widersprechenden Gruppierungen und Sekten unserer Tage mehr Glauben zum Verwirklichen notwendig ist; aber es bleibt doch trotz alledem einfach und wahr.
Wir sind uns natürlich bewußt, dass dies alles von solchen, in deren Augen das Idealbild christlicher Großzügigkeit und Weitherzigkeit darin besteht, sasgen zu können: "Ich gehöre nichts und niemanden an", als Versuch hingestellt wird, andere zu unserer Auffassung bekehren zu wollen, und als Parteigeist. Was für ein seltsamer, unnormaler Standpunkt! Er widerlegt sich selbst darin, dass sich seine Verfechter einer Nichtzugehörigkeit rühmen, um von jeder Verantwortlichkeit frei zu werden und mit jedem und allem zusammengehen zu können. Das ist die Natur und für liebenswürdige Naturen ein sehr leichter Weg, aber das Endresultat werden wir am Tag des Herrn sehen. Schon jetzt betrachten wir eine solche Haltung eindeutig als Untreue gegenüber Christus; möge der gütige Herr Sein Volk daraus befreien.
Rechte Evangelisation
Nun soll aber niemand denken, wir wollten den Evangelisten in Gegensatz zu der Versammlung setzen. Nichts liegt uns ferner. Der Evangelist soll aus dem Schoß der Versammlung in voller Übereinstimmung und Gemeinschaft mit ihr ausgehen; er sollte nicht nur das Ziel haben, Seelen zu Christus zu führen, sondern sie auch einer Versammlung zuzuführen, in der von Gott begabte Hirten über sie wachen und von Gott begabte Lehrer sie unterweisen. Wir wollen die Flügel des Evangelistennicht stutzen, sondern nur seine Bewegung in die gesunde Richtung lenken. Wir wollen nicht, dass echte geistliche Energie für ziellosen Dienst aufgewendet wird. Ohne Zweifel ist es ein großes Werk, Seelen zu Christus zu führen. Jede Seele, die mit Christus verbunden wird, ist ein Ergebnis für die Ewigkeit. Aber sollen nicht die Lämmlein und die Schafe geweidet und gehütet werden? Sollte jemand damit zufrieden sein, Schafe zu erwerben, und sie dann umherirren lassen, wie es ihnen beliebt? Ganz sicher nicht. Doch wohin sollen die Schafe Christi versammelt werden? In die Schafhürden, die von Menschen errichtet wurden oder zu einer Versammlung, die sich auf göttlichem Boden versammelt? Ohne Frage in die letzteren, denn darauf können wir uns ganz gewiß verlassen: wie schwach, wie verachtet, wie verunglimpft und verleumdet die Versammlung auch immer sein mag, sie ist der richtige Ort für alle Lämmlein und Schafe, die zur Herde Christi gehören.
Denn hier gibt es Verantwortung, Fürsorge, Sorgfalt, Mühe und das bestäbdige Verlangen nach Wachsamkeit und Gebet - alles Dinge, denen Fleisch und Blut nach Möglichkeit gern aus dem Weg gehen. Der Gedanke, als Evangelist durch die Welt zu gehen, Tausende von Zuhörern zu haben, die einem an den Lippen hängen, und Hunderte von Seelen als das Siegel dieses Dienstes für den Herrn zu gewinnen, hat sehr viel Angenehmes und Anziehendes - aber was soll mit diesen Seelen geschehen? Auf alle Fälle muß man ihnen ihren eigentlichen Platz zeigen, wo sie sich mit solchen versammeln können, die sich auf dem Boden der Versammlung Gottes befinden. Dort können sie ungeachtet des Verderbens und Abfalls der bekennenden Kirche geistliche Gemeinschaft, Anbetung und Dienst genießen. Dies wird viele und schmerzliche Übungen mit sich bringen. So war es auch zu Zeiten der Apostel. Solche, die wirklich Sorge trugen für die Herde Christi, hatten manche Tränen zu vergießen, viel im Gebet zu ringen und so manche schlaflose Nacht zu verbringen. Aber sie schmeckten doch in all diesen Dingen die Süßigkeit und Erfrischung der Gemeinschaft mit dem Erzhirten; und wenn Er offenbar werden wird, dann wird all ihrer Tränen, ihrer Gebet und ihrer schlaflosen Nächte gedacht werden, und sie werden ihren Lohn dafür empfangen. Solche aber, die menschliche Systeme aufgerichtet haben, werden erfahren, dass das alles aufhören und in Vergessenheit geraten wird; und die falschen Hirten, die ihren Hirtenstab nur ergriffen haben, um ihn unbarmherzig als ein Instrument für schändlichen Gewinn für sich selbst zu benutzen, ihr Angesicht wird ewige Schande bedecken.
An dieser Stelle könnten wir eigentlich schließen, wenn uns nicht daran liegen würde, noch auf drei Fragen einzugehen, die möglicherweise in den Herzen der Leser aufkommen.
Zunächst könnte gefragt werden: "Wo finden wir eigentlich das, was ihr den wahren Ausdruck von der Versammlung Gottes nennt, in der Zeit nach den Tagen der Aposte bis ins 19. Jahrhundert? Und wo können wir es heute finden"? Als Antwort weisen wir einfach auf die Worte Christi hin: "Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte" (Mt 18,20). Es kümmert uns wenig, wenn es Neander, Mosheim, Milnar und vielen anderen Kirchenhistorikern in ihren interessanten Forschungen nicht gelungen ist, vom Ende der apostolischen Ära bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts auch nur eine einfache Andeutung eines wahren Ausdrucks von der Versammlung Gottes ausfindig machen zu können. Es ist durchaus möglich, dass inmitten der dichten Finsternis des Mittelalters hier oder da "zwei oder drei" tatsächlich "in dem Namen Jesu versammelt" waren, oder dass zumindest solche da waren, die sich nach der Wirklichkeit von so etwas sehnten. Doch sei es wie es sei, die Wahrheit selbst bleibt davon völlig unberührt. Wir stützen uns nicht auf die Berichte von Geschichtsschreibern, sondern auf die unfehlbare Wahrheit des Wortes Gottes; und deshalb würde es sich auch nicht im geringsten auf die Fragestellung auswirken, wenn nachgewiesen werden könnte, dass es während 18 Jahrhunderte nicht einmal "zwei oder drei" gegeben hat, die zu dem Namen Jesu hin versammelt waren. Es geht nicht darum, was die Schreiber der Kirchengeschichte sagen, sondern die Frage lautet: Was sagt die Heilige Schrift?1)
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1) Die riesigen Goldfelder Australiens und Kaliforniens waren über Tausende von Jahren vor den Augen der Menschen verborgen. Macht diese Tatsache das Gold weniger kostbar für solche, die es jetzt erst endecken?
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Wenn dieses Argument, das sich auf die Kirchengeschichte stützt, irgendwie stichhaltig wäre, dann wäre es ebenso auf die kostbare Einrichtung des Mahles des Herrn anzuwenden. Wie ist es dieser heiligen Anordnung über mehr als tausend Jahre ergangen? Es wurde eines seiner wesentlichen Elemente beraubt, in eine tote Sprache gehüllt, in die Gruft des Aberglaubens gelegt und trug die Aufschrift: "Ein unblutiges Opfer für die Sünden der Lebenden und Toten." Und selbst als es zur Zeit der Reformation wieder erlaubt wurde, dass die Bibel sich an die Gewissen der Menschen wandte und ihr lebensspendendes Licht auf die Gruft scheinen ließ, in der die Eucharistie (das Abendmahl) begraben lag, was war das Ergebnis? In welcher Form finden wir das Mahl des Herrn in der lutherischen Kirche? In der Form der Konsubstantiation2). Luther leugnete zwar, dass sich das Brot und der Wein in den Leib und das Blut Christi verwandeln würden; aber er vertrat doch die Auffassung - und zwar in heftigem und unnachgiebigem Widerstand zu Zwingli aus der Schweiz -, dass mit dem Brot und dem Wein eine geheimnisvolle Gegenwart Christi verbunden sei.
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2) Konsubstantiation ist die Lehre, dass sich im Abendmahl Leib und Blut Christi mit Brot und Wein verbinde, ohne ihreSubstanz zu verwandeln (Anmerkung des Übersetzers).
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Dem Wort Gottes gehorchen
Und wir nun, sollten wir das Mahl des Herrn in unserer Mitte nicht nach den Grundsätzen feiern, wie sie im Neuen Testament niedergelgt sind? Sollten wir das katholische Meßopfer unterstützen oder die Lehre der Konsubstantiation, nur weil der wahre Gedanke des Abendmahles in der bekennenden Kirche über so viele Jahrhunderte verlorengegangen ist? Ganz gewiß nicht! Was aber sollen wir tun? Nimm das Neue Testament und sieh, was es über diesen Punkt sagt; beuge dich in ehrfürchtiger Unterordnung vor der Autorität dieses Wortes; richte den Tisch des Herrn in Seiner gottgemäßen Schlichtheit auf und feiere dieses Fest nach der Anordnung, wie sie von unserem Herrn und Meister niedergelegt worden ist, als Er zu Seinen Jüngern und damit auch zu uns gesagt hat: "Dies tut zu meinem Gedächtnis" (Lk 22,19).
Doch man könnte uns auch die Frage stellen: "Ist es angesichts des vollständigen Ruins der bekennenden Kirche nicht weniger als nutzlos, danach zu trachten, die Grundsätze der Versammlung zu verwirklichen"? Wir antworten darauf mit einer Gegenfrage: "Sollten wir ungehorsam sein, nur weil die Kirche im Verfall begriffen ist? Sollten wir weiter im Irrtum verbleiben, weil diese Haushaltung versagt hat"? Ganz gewiß nicht! Wir erkennen den Verfall, trauern darüber, bekennen ihn und unseren Anteil daran und an den damit verbundenen traurigen Folgen, und haben den Wunsch, inmitten dieses Verfalls unseren Weg still und demütig zu gehen und bekennen, selbst völlig versagt zu haben und unwürdig zu sein.
Doch wenn wir auch versagt haben, so hat doch Christus nicht versagt. "Er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen" (2. Tim 2,13). Er hat verheißenm bis an das Ende der Zeitalter mit den Seinen zu sein.Matthäus 18,20 gilt heute noch genauso wie vor achtzehnhundert Jahren. "Gott aber sei wahrhaftig, jeder Mensch aber Lügner" (Röm 3,4). Entschieden weisen wir den Gedanken zurück, dass Menschen Kirchen gründen oder organisieren und sich erlauben, Geistliche zu ordinieren. Wir getrachten das als pure Anmaßung ohne einen Hauch einer schriftgemäßen Berechtigung. Es ist allein das Werk Gottes, Seine Versammlung zusammenzurufen und Diener zu erwecken. Wir haben kein Recht, uns selbst zu einer Versammlung zusammenzuschließen oder Männer zu ernennen, die einen Dienst übernehmen sollen. Ohne Zweifel ist der Herr sehr gütig, zärtlich und voller Mitleid. Er erträgt uns in unseren Schwachheiten und triumphiert über unsere Fehler; und wo das Herz aufrichtig auf Ihn gerichtet ist - wenn auch noch in Unwissenheit -, da wird Er ganz gewiß mehr Licht schenken.
Doch wir dürfen die Güte nicht als einen Vorwand für schriftwidriges Verhalten mißbrauchen, ebensowenig wie wir den Verfall der Kirche zum Vorwand nehmen dürfen, um Irrtümer gutzuheißen. Wir müssen den Verfall bekennen, um Irrtümer, auf die Gnade Gottes zählen und in einfältigem Gehorsam gegenüber dem Wort des Herrn handeln. Das ist zu allen Zeiten der Weg des Segens gewesen. Der überrest in den Tagen Esras erhob keinen Anspruch auf die Kraft und Pracht der Tage Salomos, aber sie waren dem Wort von Salomos Herrn gehorsam, und sie wurden in ihrem Handeln über die Maßen gesegnet. Sie sagten nicht: "Alles ist im Verfall, wir wären deshalb besser in Babylon geblieben und hätten gar nichts unternommen". Nein; sie bekannten einfach ihre eigene Sünde und die Sünde ihres Volkes und rechnten mit Gott. Und genau das ist es, was wir zu tun haben. Wir müssen den Verfall anerkennen und mit Gott rechnen.
Schließlich könnte man uns noch fragen: "Wo findet sich denn heute der wahre Ausdruck dieser Versammlung Gottes"? Wir antworten darauf: "Wo zwei oder drei im Namen des Herrn Jesus versammelt sind. Wo Christus der wahre Mittelpunkt des Zusammenkommens ist; wo der eine Leib die Grundlage ist; wo der Heilige Geist die Leitung hat; wo die Heilige Schrift die alleinige Autorität ist und wo Heligkeit in der Praxis aufrechterhalten wird".
Und laßt uns dabei sorgfältig bedenken, dass gottgemäße Ergebnisse nur durch gottgemäße Zustände erreicht werden können ; alles andere wäre hohle Einbildung. Wenn wir nicht wirklich im Namen Jesu versammelt sind, haben wir kein Recht zu erwarten, das Er in unserer Mitte ist; und wenn Er nich in unserer Mitte ist, dann ist unsere Versammlung eine armselige Sache. Doch es ist unser glückliches Vorrecht, so versammelt zu sein, dass wir Seine gesegnete Gegenwart unter uns erfahren können; und wenn wir Ihn so besitzen, dann brauchen wir auch nicht irgendeinen armen Sterblichen als unseren Vorsitzenden einzusetzen. Christus ist der Herr über Sein Haus; möge kein Sterblicher es wagen, sich widerrechtlich Seinen Platz anzueignen.
Kommt eine Versammlung zur Anbetung zusammen, so nimmt Gott den Vorsitz unter ihnen ein; und wenn Er völlig anerkannt wird, dann wird der Verlauf dieser Gemeinschaft, der Anbetung und Auferbauung ohne Störung und ohne Umwege vorangehen3). Alles wird in lieblicher Harmonie geschehen. Wenn aber dem Fleisch gestattet wird, tätig zu werden, führt das dazu, dass der Heilige Geist betrübt und ausgelöscht wird und alles verdorben wird. Das Fleisch muß in der Versammlung verurteilt werden, so wie es auch in unserem persönlichen Leben jeden Tag verurteilt werden muß. Doch wir sollten im Auge behalten, dass Irrtümer und Versagen in der Versammlung niemals als Argument gegen die Wahrheit von der Gegenwart Gottes in der Versammlung herangezogen werden dürfen; ebensowenig, wie unser persönliches Versagen und unsere Fehler und Irrtümer ein Argument gegen die anerkannte Wahrheit von dem Innewohnen des Heiligen Gesites in dem Gläubigen sein können.
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3) Wir müssen uns dabei vor Augen halten, dass es einen wesentlichen Unterschied gibt zwischen solchen gelegenheiten, wo sich die Versammlung zur Anbetung versammelt, und anderen besonderen Diensten. Bei solchen speziellen Gelegenheiten dient der Evangelist oder der Lehrer, der Prediger oder der Vortragende mit seinen persönlichen Fähigkeiten in Abhängigkeit von seinem Herrn. Und es macht auch keinen Unterschied, ob ein solcher Dienst in dem Raum ausgeübt wird, wo sich die Versammlung üblicherweise versammelt, oder woanders. Und auch die, die diese Versammlung bilden, mögen anwesend sein oder nicht, je nach Geneigtheit. Wenn aber die Versammlung als solche zur Anbetung versammelt ist, dann würde es für einen Menschen - und sei er noch so begabt -, der sich dabei eine gewisse Stellung aneignet, bedeuten, dass er den Heiligen Geist auslöscht.
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Absonderung zu Ihm hin
"Dann seid ihr also dieses Volk?", wird der eine oder andere fragen. Nun, die Frage ist nicht, ob wir dieses Volk sind, sondern ob wir uns auf dem gottgemäßen Boden befinden. Wenn das nicht so ist, dann sollten wir unseren Platz aufgeben, je eher desto besser. Dass es ungeachtet aller Finsternis und allen Durcheinander doch einen gottgemäßen Boden gibt, kann schwerlich geleugnet werden. Gott hat Sein Volk nicht in Umständen gelassen, wo es gezwungen ist, ständig in Verbindung mit Irrtum und Bösem zu sein. Und woran können wir erkennen, ob wir uns auf gottgemäßem Boden befinden oder nicht? Einfach durch das Wort Gottes. Laßt uns aufrichtig und ernstlich alles, womit wir in Verbindung stehen, an dem Maßstab der Heiligen Schrift prüfen; und wenn es dieser Prüfung nicht standhält, dann laßt es uns sofort aufgeben. Ja, sofort! Wenn wir zögern, diese Konsequenz zu ziehen, werden wir mit Sicherheit unseren Pfad verfehlen. Gewiß mküssen wir solange warten, bis wir uns über den Gedanken des Herrn völlig im klaren sind; aber niemals sollten wir zögern, wenn wir diese Klarheit einmal bekommen haben. Der Herr gibt nie zur gleichen Zeit Licht für mehr als einen Schritt. Er gibt uns Licht, und wenn wir danach handeln, gibt Er uns weiteres Licht. "Der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe" (Spr 4,18). Kostbare, ergreifende Verheißung: immer heller! Da gibt es kein Innehalten, keinen Stillstand, kein Ausruhen, weil es etwa erreicht wäre. Es leuchtet stets heller, bis wir in das volle Licht des vollkommenen Tages der Herrlichkeit eingeführt werden.
Halte fest, was du hast!
Mein Leser, versammelst du dich auf diesem gottgemäßen Boden? Wenn ja, dann halte mich deiner ganzen Seele daran fest. Befindest du dich auf diesem Weg? Wenn ja, dann gehe ihn mit aller Energie deines sittlichen Wesens. Gib dich nicht mit weniger zufrieden als mit der Tatsache, dass Er in dir Wohnung gemacht hat, und mit deiner bewußten Nähe zu Ihm. Laß dir nicht von Satan deine eigentliche Stellung dadurch berauben, dass er dich dazu verführt, bei einem bloßen Namen stehenzubleiben. Laß dich von ihm nicht dazu verführen, deine scheinbare Stellung mit deinem wirklichen Zustand zu verwechseln. Pflege die verborgene Gemeinschaft mit dem Herrn, das persönliche Gebet und das beständige Selbstgericht. Sei ganz besonders auf der Hut vor jeder Art geistlichen Hochmuts. Pflege in deinem persönlichen Wandel Bescheidenheit, Demut, einen zerschlagenen Geist und ein zartes Gewissen. Trachte danach, liebliche Gnadenerweisungen anderen gegenüber zu verbinden mit der Unerschrockenheit des Löwen, wenn es um die Wahrheit geht. Dann wirst du in der Versammlung Gottes zu einem Segen sein, und ein wirkungsvolles Zeugnis davon, dass der Herr Jesus für alle Bedürfnisse genügt.
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