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E+E 1959
Eine unabdingbare Voraussetzung für biblischen Glauben ist die Buße. "Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle allenthalben Buße tun sollen" (Apostelgeschichte 17, Vers 30). Von Buße tun will der Mensch aber nicht gerne hören.
Buße hat nichts mit Bußübungen zu tun, oder mit religiöser Anstrengung, Kasteiung, Läuterung, die oft sogar bis zur Selbstaufgabe geübt werden. Buße bedeutet Reue über die begangenen Sünden und Trauer über den verlorenen, sündigen Zustand, der das Gericht Gottes zur Folge hat.
In Lukas 15 sagt der verlorene Sohn: "Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und will zu ihm sagen: 'Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir'." Damit hatte er die Voraussetzung für ein neues Leben in Gemeinschaft mit dem Vater geschaffen. Der Mensch muß bereit sein, durch den göttlichen Scheinwerfer, d. h. durch Gottes Wort, sein Leben beleuchten zu lassen. Dann wird er erkennen, daß er ein Sünder, schuldig vor Gott ist und wird das Urteil Gottes über sich anerkennen. Selbstgefälligkeit, gutsein, frommsein, resigiössein, sind der Buße entgegengesetzt. Wer erkennt. daß auf Golgatha der Herr Jesus das Gericht über die Sünde tragen mußte, wird die Notwendigkeit der Buße verstehen. Allen, die auf einen anderen Wege mit Gott ins reine kommen wollen, gilt das Wort: "Wer aber an mir sündigt, tut seiner Seele Gewalt an; alle, die mich hassen, lieben den Tod" (Sprüche 8. Vers 36). Wie schrecklich die Sünde für Gott ist, sehen wir daran, daß Er das Höchste was Er hatte, die Freude und Wonne Seines Herzens, auf Golgatha anstelle des Menschen ins Gericht gab. Dadurch bahnte Er für den Sünder (für mich und für dich!) den Weg, auf welchem er zu Ihm zurückfinden kann.
Der Herr Jesus mußte es erdulden, daß Gott wegen underer Sünden Sein Angesicht vor Ihm verbarg, so daß Er ausrief: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Sollten wir angesichts dessen nicht zum Selbstgericht über unsere Sünden bereit sein und in Buße und Reue Zuflucht zum Kreuz nehmen? Er hat die Leiden und Schmerzen für unsere Schuld aus Liebe zu uns erduldet. Kann angesichts solcher Liebe das Herz unbewegt bleiben?
Wenn jemand sagt, er könne nicht glauben, so bedeutet das in Wahrheitm daß er nicht Buße tun will, sondern daß er meint, mit seinem Wahlspruch "Tur recht und scheue niemand" vor Gott bestehen zu können. Die Buße führt zum Kreuz, zum Herrn Jesus, und wer Ihn hat, hat alles. Wer Ihn nicht hat, ist trotz Wohlstand und Wissenschaft der ärmste Mensch auf Erden. Der Herr Jesus ist gekommen, zu suchen und zu erretten, was verloren ist (Lukas 19, Vers 10). Wer sich nicht als verloren erkannt, hat auch kein Bedürfnis nach einem Erretter. Wer sagt, er sei nicht verloren, er brauchte keine Buße, macht Gott zum Lügner. Wer Bußr tut, schont sich selbst nicht, sondern macht einen völligen Bruch mit der Vergangenheit und mit der Sünde. Buße fängt im Herzen an und führt zum ehrlichen Bekenntnis vor Gott. In Demur blickt man dann nicht auf andere und bleibt auch nicht beim Vorsatz, sondern führt diesen durch.
"O zweifle nicht länger, bekümmeretes Herz,
o komme und fasse nur Mut,
ja ruhe in Jesu vollendetem Werk,
in Seinem vergossenen Blut."
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