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E+E 1959
Frage: In Offenbarung 17, Vers 8, wird son solchen gesprochen, deren Name nicht in dem Buch des Lebens geschrieben sind. Der Herr Jesus versichert hingegen Seinen Jüngern, dass ihre Namen in den Himmeln angeschrieben sind (Lk 10,20). So steht es für mich fest: Die Namen der Erlösten sind in diesem Buch für immer und ewig unauslöschlich eingeschrieben. Wie aber müssen wir dann Stellen wie Offenbarung 3, Vers 5, und Psalm 69, Vers 29, verstehen, wo von einem Auslöschen von Namen aus dem Buch des Lebens die Rede ist? Es muss sich nach meinem Dafürhalten doch um dasselbe Buch handeln.
Antwort: Wenn man die verschiedenen Stellen sorgfältig miteinander vergleicht, die von dem Buch des Lebens reden, so fällt als Erstes dies auf: Nirgends spricht die Heilige Schrift von einem Auslöschen der Namen von Gerechten. Ganz im Gegenteil! Der Herr verheißt dem Überwinder in der Offenbarung, Kapitel 3: "Ich werde seinen Namen nicht auslöschen aus dem Buch des Lebens" (Vers 5). Und Er verwendet die stärkste Form der Verneinung zukünftigen Geschehens in der griechischen Sprache: "nie nicht".
Sodann begegnet uns in Kapitel 13 der Ausdruck >Buch des Lebens des geschlachteten Lammes< (Vers 8), und in Kapitel 21 >Buch des Lebens des Lammes< (Vers 27). Dieses Buch des Lebens ist von dem in Kapitel 3, Vers 5, genannten zu unterscheiden. Es handelt sich tatsächlich um zwei verschiedene Bücher oder Aufzeichnungen.
Das Buch des Lebens von Kapitel 3 ist augenscheinlich das Buch des Bekenntnisses. Das will sagen: Jeder, der sich zum Christentum bekennt, und sei es auch nur der äußeren Form nach, ist in diesem Buch eingeschrieben. Das Bekenntnis kann jedoch echt oder unecht sein. Und da es ein Buch des Lebens ist, spricht der Herr von der Möglichkeit, dass jemand auch aus diesem Buch ausgelöscht wird - dann nämlich, wenn die Person nicht durch göttliches Leben gekennzeichnet ist. Das gerade ist ja das traurige Merkmal von >Sardes<: Die Masse der christlichen Bekenner hat zwar den Namen oder das Bekenntnis, zu leben, ist aber tot (Vers 1).
Die Möglichkeit des Auslöschens aus dem Buch des Lebens wird schon im Alten Testament angedeutet. Außer in der genannten Stelle aus Psalm 69 wird auch in 2. Mose 32 davon gesprochen, und zwar in Verbindung mit einem außergewöhnlichen Begehren Moses. Es war ein erhabener Augenblick in dem Leben dieses Mannes, als er für sein schuldbeladenes Volk, das in Götzendienst gefallen war, vor Gott eintrat mit den Worten: "Und nun, wenn du ihre Sümde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich doch aus deinem Buch, das du geschrieben hast" (Vers 32). Aber Gott antwortete ihm: "Wer gegen mich gesündigt hat, den werde ich aus meinem Buch auslöschen" (Vers 33). Hier finden wir aufs Neue bestätigt, was wir vorher gesagt haben: Nicht die Gerechten werden aus dem Buch Gottes ausgelöscht, sondern die, die gegen Ihn gesündigt haben. Und so bittet auch David: "Lass sie aus dem Buch des Lebens ausgelöscht werden und nicht mit den Gerechten eingeschrieben werden!" (Ps 69,29).
Das Buch des Lebens des (geschlachteten) Lammes dagegen können wir das Buch der Wirklichkeit nennen. Es ist das Buch des Ratschlusses Gottes für die Erde; das heißt, es steht in Verbindung mit irdischen Segnungenm die aber wie die himmlischen auf das Blut des Lammes gegründet sind. Deswegen sind die Namen in diesem Buch eingeschrieben "von Grundlegung der Welt an" (Off 13,8; 17,8), während die Auserwählung der Gl#ubigen der Gnadenzeit ja schon vor Grundlegung der Welt geschehen ist (Eph 1,4).
Aus diesem Buch der Wirklichkeit wird nie ein Name ausgelöscht werden, denn es enthält ausschließlich die Namen derer, die durch das Blut des Lammes Gottes erlöst sind und ewiges Leben besitzen. Alle, die an den Herrn Jesus und die Wirksamkeit Seines Blutes geglaubt haben (Röm 3,25.26), sind im Buch des Lebens verzeichnet. Der Zusatz >des (geschlachteten) Lammes< erinnert uns an das Lamm Gottes, das einst in die Welt gekommen war, um die Sünde der Welt wegzunehmen (Joh 1,29). Welch ein unbeschreibliches Vorrecht, in Seinem Blut die Vergebung der Sünden gefunden zu haben! Nur das allein befähigt einen Menschen, Zutritt zum himmlischen Jerusalem zu erlangen (Off 21,27). Und schon heute, bei allem Kampf im Evangelium, stärkt alle "Mitarbeiter" das Bewußtsein, dass ihre "Namen im Buch des Lebens sind" (Phil 4,3).
Quelle: « Antworten auf Fragen zu biblischen Themen »
Verfasser: Christian Briem
erschienen be:i Christliche Schriftenverbreitung, Postfach 10 01 53, D-42490 Hückeswagen
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