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E+E 1959
"Jetzt aber, in Christus Jesus, seid ihr, die ihr einst fern wart, durch das Blut des Christus nahe geworden. Denn er ist unser Friede, der aus beiden eins gemacht und abgebrochen hat die Zwischenwand der Umzäunung, nachdem er in seinem Fleisch die Feindschaft, das Gesetz der Gebote in Satzungen, weggetan hatte, damit er die zwei, Frieden stiftend, in sich selbst in einen neuen Menschen schüfe und die beiden in einem Leib mit Gott versöhnte durch das Kreuz, nachdem er durch dieses die Feindschaft getötet hatte"
(Eph 2,13-16)
In diesem Abschnitt wird uns das Kreuz Christi von einem besonderen Gesichtswinkel aus vorgestellt. Dass das Kreuz die Grundlage des persönlichen Heils und Friedens der Seele mit Gott ist, wird von allen wahren Christen im Allgemeinen mehr oder weniger verstanden und geschätzt, sonst wären sie keine wahren Christen. Wohl mag das Verständnis hier und da gering und die Wertschätzung des Blutes Christi verschieden sein; aber die grundsätzliche Bedeutung des Werkes Christi für die persönlichen Bedürfnisse des Sünders vor Gott wird von allen Gläubigen anerkannt.
Die Bedeutung des Kreuzes Christi bezüglich der Wege Gottes jedoch wird im Allgemeinen wenig verstanden. Gott hatte Sich bis dahin nur mit Seinem irdischen Volk beschäftigt; alle Segnungen standen mit dem Volk Israel in Verbindung (Röm 9,4.5). Heiden dagegen blieben (insgesamt gesehen) außerhalb dessen, was Gott tat. Sie waren unbeachtet, gleichsam nicht existent vor Gott. So sehr war das der Fall, dass der Herr Jesus zu Seinen Lebzeiten auf der Erde Seinen Jüngern noch gebot, nicht auf einen Weg der Nationen zu gehen (Mt 10,5). Er selbst war nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt (Mt 15,24), und dorthin sandte Er auch sie. Das war nicht etwas ein Mangel an Liebe oder an Wertschätzung des Glaubens, den Er selbst in einem heidnischen Hauptmann fand (Mt 8,10), sondern es bestand eben noch das Gesetz, das die "Zwischenwand der Umzäunung" genannt wird.
Gott wendet sich in Epheser 2 an Gläubige aus den Heiden. Welch ein Bild von ihnen entwickelt Er in den Versen 12 und 13! Sie waren zu jener Zeit ohne Christus, entfremdet dem Bürgerrecht Israels, Fremdlinge betreffs der Bündnisse der Verheißung, sie hatten keine Hoffnung und waren ohne Gott in der Welt. Es ist nur die Gnade Gottes, dass sie, dass wir, in heilsgeschichtlicher Sicht die "Fernen", nun durch das Blut des Christus nahe geworden sind.
Aber nicht nur hat Gott die Fernen nahe gebracht, so dass sie durch den Geist Zugang zu Ihm haben, sondern wir finden auch, dass Christus auf der Grundlage Seines Kreuzes etwas ganz Neues schafft (Vers 15): Er bildet jetzt aus Juden und Heiden ein himmlisches Volk, Er schafft aus den einst so verfeindeten Menschen einen neuen Menschen. Beachten wir jedoch:Die Gläubigen aus den Nationen werden nicht zur Höhe der Vorrechte Israels erhoben, das heißt, sie werden nicht zu Juden gemacht. Oh, das wäre schon sehr viel gewesen, hätte Er uns, die wir keine Verheißungen, keine Väter, keine Hoffnungen hatten, zu den Vorrechten des jüdischen Volkes gebracht. Doch Christus schaffte etwas weit Erhabeneres: Aus Juden und Heiden macht Er einen neuen Menschen, wo nicht ist Jude noch Grieche (Gal 3,28), einen neuen Menschen, der die Darstellung Seiner eigenen Wesenszüge hier auf der Erde ist.
Das Gesetz der Gebote in Satzungen ist als Lebensregel weggetan, und Juden und Heiden, die bislang in Feindschaft zueinander standen, sind jetzt in einem Leib mit Gott versöhnt worden durch das Kreuz. Das Kreuz hat sowohl die Feindschaftzwischen den Gläubigen aus den Juden und den Nationen als auch die Feindschaft, die zwischen diesen beiden und Gott bestand, vollkommen beseitigt. So sehr ist durch das Kreuz diese Feindschaft weggetan, dass nun die Gläubigen aus Juden und Heiden auch einen Leib, einen lebendigen Organismus bilden. Gepriesen sei der Herr Jesus, gepriesen sei unser Gott und Vater für diese wunderbare Tatsache! Jetzt gibt es nicht mehr Juden und Heiden (sofern es sich um Gläubige der Gnadenzeit hadelt), sondern nur noch die Versammlung Gottes (1. Kor 10,32). Diese Versammlung ist ein himmlischer Organismus, verbunden mit dem verherrlichten Haupt, Christus, im Himmel. Sie ist Sein Leib (Eph 1,23). Und dieser Ausdruck >Sein Leib< redet redet nicht nur von Einheit, sondern auch von Eins-Sein: von dem Eins-Sein der Glieder untereinander und von dem Eins-Sein von Christus und Seinen Gliedern.
Von dieser herrlichen Wahrheit hören wir jedoch im nächsten Kapitel noch mehr, so dass ich nich jetzt auf die Bemerkung beschränken kann, dass Gott uns die Versammlung unter vier Bildern im Neuen Testament vorstellt: Außer als Leib Christi wird sie uns als das Haus Gottes, als Leuchter und schließlich noch als die Braut Christi gezeigt. Das bildet den Inhalt der nächsten Kapitel.
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