"Wenn die Grundpfeiler umgerissen werden, was tut dann der Gerechte? Der HERR ist in seinem heiligen Palast. HERR - in den Himmel ist sein Thron; seine Augen schauen, seine Augenlider prüfen die Menschenkinder.
Psalm 11,3.4
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Zu Beginn der Drangsalszeit wird es Satan erlaubt sein, die Ordnungen und Autoritäten umzustoßen und ein solches Chaos hervorzurufen, daß wir die Menschen zum ersten Mal beten hören, aber nicht zu Gott, sondern zu den Bergen und den Felsen. Wir können hieraus ermessen, wie schrecklich diese Plage sein wird.
Wir leben in den letzten Tagen, kurz vor dem Hereinbrechen des Unheils über die Erde, und so sehen wir jetzt schon das Bemühen des Feindes, festgefügte Ordnungen zu lockern oder ganz aufzuheben, die Gott entweder in der Schöpfung oder in Seinem Wort oder in beiden kundgetan hat. Während die Schrift von Obrigkeiten und Untertanen spricht, hat unser heutiges Staatswesen neben der Regierung mitbestimmend Staatsbürger. Der Grundsatz des Gehorsams des Untergeordneten gegenüber dem Höherstehenden ist geschwächt, wie wir das weithin bei Kindern und Eltern, Schülern und Lehrern, Lehrlingen und Meistern beobachten. Auch die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist schriftwidrig und gegen die Schöpfungsordnung, weshalb man nur spärliche "Fortschritte" zu verzeichnen hat. Die Auflösung grundlegender, im menschlichen Herzen und Gewissen verankerter Wahrheiten zeigt sich besonders deutlich darin, daß man das keimende Leben dem willkürlichen Zugriff des Menschen preisgibt. Hier schont man das Leben nicht, während Menschen, die nach Gottes Wort ihr Leben verwirkt haben, nicht mehr zum Tode bestraft werden.
Der Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern wird nach außen hin so stark verwischt, vor allem durch Haartracht und Kleidung, daß der große Gedanke des Schöpfers, Mann und Frau, die er als unterschiedlich gekennzeichnete Wesen schuf, kaum noch erkannt wird. So triumphiert der Widersacher Gottes und versklavt seinen willigen Helfershelfer, den Menschen, immer mehr.
Auch die Bedeutung und Reihenfolge der Tage der Woche ist neuerdings in unserem Lande von dem Prozeß des Änderns und Umstoßens nicht verschont geblieben. Die Woche beginnt nunmehr mit einem Arbeitstag und endet mit einem Ruhetag. Damit werden wichtige Gedanken des Herrn so geändert, daß die Grundwahrheiten der Haushaltungen des Gesetzes und der Gnade nicht mehr verstanden werden können. Wieder ein Vorgang des Auslöschens! Auch viele Kinder Gottes werden den Unterschied zwischen dem Boden des Gesetzes und dem der Gnade, wie er so treffend in dem Wochenablauf zum Ausdruck kommt, nicht mehr erkennen. Welch ein Verlust, und wie sollten wir bemüht sein, alles, was uns der Heilige Geist in Seinem Buche mitgeteilt hat, mit Interesse in uns aufzunehmen!
Im Gesetz, unter den zehn Geboten, heißt es: "Gedenke des Sabbathtages, ihn zu heiligen. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun; aber der siebente Tag ist Sabbath dem HERRN, deinem Gott ... Denn in sechs Tagen hat der HERR den Himmel und die Erde gemacht, das Meer und alles, was in ihnen ist, und er ruhte am siebenten Tage" (2. Mose 20,8-11). Der Ruhetag folgt auf ein sechstägiges Arbeitswerk. So war es in der Schöpfung, so sollte es auch bei Israel sein.
Im Christentum fing die Woche dagegen mit einem Ruhetag an, dem sich sechs Arbeitstage anschlossen. Dies war schon bei den ersten Christen so, von Anfang an, womit Gott etwas ganz Neues anzeigen wollte.
Der Übergang von der alten in die neue Ordung vollzog sich nicht so:
Ruhetag
1. 2. 3. 4. 5. 6.|7.|
|1.| 2. 3. 4. 5. 6. 7. Tag,
sondern so Ruhetag
1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. |8.|
|1.| 2. 3. 4. 5. 6. 7. Tag
Der Sabbathtag wurde nicht als der Ruhetag der Christen bestimmt, wenn auch als erster Tag der sonst gleichgebliebenen Woche, sondern "am anderen Tag nach dem Sabbath" sollte die Woche neuer Ordnung, die christliche Woche, ihren Anfang nehmen. Damit ist der Ruhetag um einen Tag verschoben, er ist der achte Tag nach der alten Zählweise oder der erste Tag der Woche nach der neuen. Sowohl in den vier Evangelien als auch in der Apostelgeschichte und im 1. Korintherbrief wird der erste Wochentag erwähnt; es ist der Auferstehungstag des Herrn. Daher mußte im Vorbilde die Webegarbe "am ersten Tage nach dem Sabbath" dargebracht werden, ein Vorbild von der Auferstehung des Herrn Jesus, des Erstlings der Entschlafenen.
Wie bedeutungsvoll ist der erste Tag der Woche! Die ersten Christen haben an diesem Tage das Brot gebrochen, nachdem sie es vorübergehend an allen Tagen getan hatten. An einem ersten Wochentage, an einem Sonntag, kam der Heilige Geist auf die Erde. So ist der erste Wochentag der Auferstehungstag des Siegers über Tod und Teufel, des zweiten Menschen, des Menschen vom Himmel, und auch der Geburtstag der Versammlung oder Kirche, dieser herrlichen Körperschaft, die der Leib Christi genannt wird, von dem Er das verherrlichte Haupt ist. Am siebenten Sonntag nach dem Auferstehungstag des Herrn wurden alle Gläubigen aus Juden und Heiden durch einen Geist zu einem Leibe getauft.
Auf dieses wichtige Ereignis weist der Geist der Prophezeiung in dem vierten der Feste des HERRN, dem Feste der Wochen, hin. "Und ihr sollt euch zählen vom anderen Tage nach dem Sabbath, von dem Tage, da ihr die Webegarbe gebracht habt: es sollen sieben volle Wochen sein. Bis zum anderen Tage nach dem siebenten Sabbath sollt ihr fünfzig Tage zählen" (3. Mose 23,15.16). Die zwei Webebrote weisen hin auf die Versammlung, bestehend aus Juden und Nationen. Wenn man den ersten Sabbath mitrechnet, sind es fünfzig Tage; davon hat das Pfingstfest seinen Namen.
Kommen wir noch einmal auf die Anordnung der Wochentage im alten Bunde und die in der christlichen Haushaltung zurück. Unter dem Gesetz mußte man erst arbeiten, um ruhen zu können, oder anders gesagt, man mußte das Gesetz halten, mußte es erfüllen, um in die Ruhe und Segnung, die das Gesetz verhieß, einzugehen. "Und meine Satzungen und meine Rechte sollt ihr beobachten, durch welche der Mensch, wenn er sie tut, leben wird" (3. Mose 18,5). Aber niemand konnte das Gesetz halten, und so konnte auch niemand in das Leben eingehen und Segen von Gott empfangen. Das Gesetz war "durch das Fleisch kraftlos". An sich heilig und gut, konnte es wegen der verderbten Natur des Menschen nichts zur Vollendung bringen; der Dienst unter dem Gesetz war ein Dienst des Todes, ein "eitler, von den Vätern überlieferter Wandel". Darum hat Gott einen neuen Weg beschritten, bei dem Er alle Verpflichtungen und der Mensch gar keine übernahm. Es ist der Boden einer unumschränkten Gnade. Wie erhebend ist der Gedanke, Gott im Blick auf die Sünde zu befriedigen, nachdem man mit sich selbst zu Ende gekommen ist und seine ganze Unfähigkeit erkannt hat!
Ein anderer ist an unsere Stelle getreten, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld gab für alle. Gott ist verherrlicht, Seine Forderungen sind erfüllt und Seine Ehre ist wieder hergestellt. Alles ruht für uns auf dem herrlichen Erlösungswerk des Herrn Jesus, des Sohnes Gottes.
Nun darf der erlöste Christ ruhen auf dem vollbrachten Werke seines Herrn, dem nichts hinzugefügt werden kann, das vollgültig ist und ewig die Grundlage aller unserer Beziehungen zu dem heiligen Gott bilden wird und durch das wir alle Segnungen in ewiger Herrlichkeit genießen werden. Der Christ geht von der Ruhe Gottes aus: "da wo Gott mit Wonne ruhet, bin auch ich zur Ruh' gesetzt". Der erlöste Christ arbeitet aber nicht, um seine Sündenschuld bei Gott zu begleichen, was ganz unmöglich ist, sondern nachdem er in Christus Jesus zur Ruhe gekommen ist und den Frieden Gottes besitzt, dient er Ihm aus Liebe. Wie der Herr Jesus alle Zeit den Willen Seines Vaters tat, so sind auch wir durch Ihn ausgesandt, um Seinen Willen zu tun und Ihm zu dienen. Lieber Leser, laß es uns mit Hingabe und Treue tun und die kostbare Erdenzeit für Ihn benutzen zu Seiner Verherrlichung!
Die biblische Anordnung der christlichen Woche ist also bedeutungsvoll: Erst die Ruhe, dann die Arbeit, die Werke für Den, der uns in diese Ruhe eingeführt hat! So findet der Glaube manche Wahrheit in Symbolen oder unter der Oberfläche der Dinge ausgedrückt, und es ist das Vorrecht des Schriftforschers, solchen Schätzen demütig nachzuspüren. Dinge, die uns unbedeutend erscheinen, haben oft weittragende Bedeutung, wie wir aus Vorstehendem ersehen. Lassen wir uns daher durch menschliche Änderungen nicht den Blick für die Grundsätze des Wortes Gottes trüben!
Quelle: Ermunterung und Ermahnung 1976
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