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E+E 1959
"Und plötzlich geschah aus dem Himmel ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, wo sie saßen. Und es erschienen ihnen zerteilte Zungen wie von Feuer, und sie setzten sich auf jeden einzelnen von ihnen" (Verse 2-3).
Beachten wir das Wort plötzlich! Die Versammlung ist nicht in einem mühevollen, lange währenden Prozeß entstanden, sondern Gott schuf sie in einem Augenblick. Sie bestand vorher nicht, und jetzt war sie auf einmal da. Das ist ein Wunder Gottes, das wir nicht erklären können und nicht erklären wollen. Aber wir glauben es, weil uns Gottes Wort das so mitteilt. Auch wenn die Versammlung aus dieser Welt wieder weggenommen werden wird, wird das ganz plötzlich geschehen. Die Verwandlung und Entrückung der Heiligen wird in einem Nu vor sich gehen (1. Kor 15,52). Auch dieses Geschehen wird voller Wunder sein. Wie schön auch, daß wir wissen dürfen: Unser Bräutigam kommt eilends, kommt schnell, denn das bedeutet "bald" in Offenbarung 22,Vers 20!
Das Brausen geschah aus dem Himmel, und das zeigt uns, daß dieses Werk vom Himmel ausging und durch Gott, den Heiligen Geist bewirkt wurde. Es war die Taufe mit (oder: in der Kraft vom) Heiligen Geist - eine Wahrheit, auf die der Apostel Paulus in 1. Kor 12 zu sprechen kommt. Der dreizehnte Vers dieses wichtigen Kapitels enthält eine absolute Aussage, die in der Vergangenheitsform steht und einen in der Vergangenheit abgeschlossenen Vorgang bezeichnet: "Denn auch in einem Geiste sind wir alle zu einem Leibe getauft worden ... und sind alle mit einem Geiste getränkt worden." Das führt mich zu der Bemerkung, daß es nicht jeden Tag neu eine Geistestaufe gibt. Der Leib wird nicht immer wieder neu gebildet. Der Herr Jesus hatte in Apostelgeschichte 1, Vers 5, davon gesprochen, die Tatsache selbst fang am Tag der Pfingsten statt (Apg 2). Anfangs bildeten nur Gläubige aus den Juden die Versammlung . In Apostelgeschichte 8 und 10 werden dann die Gläubigen aus den Samaritern und den Nationen eingeführt. Der Leib Christi hatte seine beabsichtigte und volle Gestalt erst, als auch die Gläubigen aus den Nationen in diese Einheit eingefügt wurden. Deswegen sagt der Apostel: "Es seien Juden oder Griechen." Aber diese spätere Hinzufügung einzelner zum Leib Christi wird in der Schrift nie "Taufe mit dem Heiligen Geist" genannt, sondern Versiegelung, Erhalt eines Unterpfandes und Salbung (2. Kor 1,21-22; Eph 1,13-14; 4,30; 1. Joh 2,20). Der Gläubige, der sich heute in der Zeit der Gnade im Glauben auf das Erlösungswerk Christi stützt und in Wahrheit "Abba, Vater" sagen kann, empfängt persönlich den Heiligen Geist: "Weil ihr aber Söhne seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in eure Herzen gesandt, das da ruft: Abba, Vater" (Gal 4,6). So besitzt der Christ den Heiligen Geist als Siegel, als Unterpfand, als Salbung - und viertens als Zeugnis (1. Joh 5,6). Es ist immer derselbe Heilige Geist, der in dem Gläubigen Wohnung nimmt, nur jeweils von einer anderen Seite gesehen. Aber dadurch, daß Gott, der Heilige Geist, nun in dem Leib des Gläubigen wie in einem Tempel wohnt (1. Kor 6,19), wird er auch ein Glied am Leib Christi. Das ist die Seite, die uns hier in besonderem Maß beschäftigt. Unermeßliches Vorrecht! Wer jedoch Christi Geist nicht hat, der ist nicht Sein (Röm 8,9), ist nicht des Christus in der Macht der Erlösung. Diese Stelle bezieht sich nicht auf den Charakter Christi, sondern auf den Besitz des Heiligen Geistes, der allerdings den Gläubigen in praktischer Kraft in das Bild Christi umgestalten will, wie und 2. Korinther 3, Vers 18 zeigt. Daß die Schrift für das Hinzufügen einzelner nach Pfingsten den Ausdruck Taufe mit Heiligem Geist vermeidet, sei an einigen Beispielen aus der Apostelgeschichte aufgezeigt:
"Tut Buße, und ein jeder von euch werde getauft auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung der Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" Kapitel 2,38).
"... welche, als sie hinabgekommen waren, für sie beteten, damit sie den Heiligen Geist empfangen möchten; denn er war noch nicht auf einen von ihnen gefallen, sondern sie waren allein getauft auf den Namen des Herrn Jesus" Kapitel 8,15-16).
"Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten" (Kapitel 10,44).
"Und er fand etliche Jünger und sprach zu ihnen: "Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? ... und als Paulus ihnen die HÄnde aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie" (Kapitel 19,2.6).
Ich habe versucht zu zeigen, daß die Taufe mit dem Heiligen Geist ein einmaliges Ereignis war, wodurch der Leib Christi auf der Erde gebildet wurde, und daß die einzelnen Gläubigen späterer Tage durch den persönlichen Empfang des Heiligen Geistes an dieser Segnung teilhaben. Vielleicht ist es nützlich, zur weiteren Erklärung ein Bild anzufügen, das ein längst heimgegangener Diener des Herrn hierfür gebraucht hat. Stellen wir uns einen schönen Sommertag und einen Teich vor, der bei völliger Windstille ruhig daliegt. Dieser Teich ist von seinem Rand her ziemlich dicht mit Binsen bewachsen, die vereinzelt bis zur Mitte vordringen. Nun werfen wir in die Mitte des Teiches einen Kieselstein. Er sinkt glucksend nach unten, und auf der Oberfläche des Wassers entsteht eine kreisförmig sich ausbreitende Wellenbewegung. Dieser Steinwurf soll dem Tag der Pfingsten entsprechen, und die anfangs kleine Welle umfaßt die kleine Schar im Obersaal, jene hundertundzwanzig. Um zum Bild zurückzukommen: Schnell weitet sich nun der Kreis aus und erreicht bald die nächsten Binsen und schließt auch sie ein. Und während sich die kreisförmige Welle weiter und weiter ausbreitet und schließlich das Ufer erreicht, umschließt sie mehr und mehr Binsen, bis sie endlich alle erfaßt hat. Geradeso wird jede Seele, die durch den Glauben an Christus errettet und mit dem Heiligen Geist versiegelt wird, mit eingeschlossen in die Taufe des Heiligen Geistes. Es ist nicht jedesmal eine neue Taufe, aber alle Versiegelten haben Teil an dieser Segnung, gehören zu dieser wunderbaren Einheit.
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