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E+E 1959
Das zweite Kapitel in der Apostelgeschichte schildert uns einen bedeutsamen "Geburtstag": den der Versammlung Gottes. Wir finden dort eine Schar treuer Gläubiger noch von der Zeit des Herrn her, die Ihm persönlich nachgefolgt waren. Diese wurden gleichsam der Kern der Versammlung am Tag ihrer Gründung. Sie wurden durch das Herabkommen des Heiligen Geistes zu einem Leib getauft (1. Kor 12,13) und dadurch mit dem verherrlichten Heiland im Himmel aufs Innigste verbunden. Sie bewegten sich fortan nicht nur als Einzelpersonen, sondern als ein korporativer Organismus, als Leib Christi; einzeln aber waren sie Glieder voneinander. Dabei sehen wir eine wunderbare, zuvor nie gekannte Einheit und Einmütigkeit in ihrem praktischen Verhalten an den Tag treten, die durch den innewohnenden Heiligen Geist bewirkt wurden. So lesen wir in Apg 2, Verse 42 bis 44:
"Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebete. Über jede Seele aber kam Furcht, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die glaubten, waren beisammen und hatten alles gemeinsam."
Und in Apg 4, Verse 32 und 33, hören wir die bedeutsamen Worte:
"Die Menge derer aber, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele; und auch nicht einer sagte, dass etwas von seiner Habe sein Eigen wäre, sondern sie hatten alles gemeinsam. Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis von der Auferstehung des Herrn Jesus ab; und große Gnade war auf ihnen allen."
Das also ist die Versammlung Gottes: eine lebendige Körperschaft, bestehend aus wahren Gläubigen, getauft zu einem Leib durch den Heiligen Geist Gottes, verbunden mit dem Herrn als Haupt des Leibes droben und untereinander. Die Kirche der Heiligen Schrift ist also kein materielles Gebäude; denn Gott wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind (Apg 17,24). Sie ist vielmehr ein lebendiger Organismus, ein geistliches Haus, und dieses besteht aus lebendigen Steinen (1. Pet 2,5). Doch damit werden wir uns noch näher beschäftigen.
Als der Herr Jesus mit dem Heiligen Geist getauft wurde (und beachten wir, dass Er der erste und einzige Mensch war, der den Heiligen Geist empfing, bevor das Werk der Erlösung vollbracht war, weil Er ohne Sünde und der Heilige Gottes war und nicht der Erlösung bedurfte), da kam der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf Ihn (Mt 3,16). Hier aber, als die Gläubigen die Taufe des Heiligen Geistes empfingen, erschien ihnen der Heilige Geist in der Form zerteilter Zungen wie von Feuer, und sie setzen sich auf jeden Einzelnen von ihnen. Und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Diese zerteilten Zungen wie von Feuer reden von dem Wort des Zeugnisses Gottes in Macht. Aber dieses Zeugnis sollte nicht auf die Juden beschränkt bleiben, sondern auch die Heiden sollten die "großen Taten Gottes" hören (Apg 2,11). Hier sehen wir, wie durch den Heiligen Geist die sprachlichen Hürden, die Gott seit Babel zur Eindämmung des Hochmuts des Menschen aufgerichtet hatte, für eine Zeit übersprungen wurden als Zeichen davon, dass das Evangelium der Gnade Gottes nun auch zu den "Fernen" gelangen sollte.
Das also ist der "Geburtstag" der Versammlung. Seit jenem Tag der Pfingsten ist Gott, der Heilige Geist, als Person auf dieser Erde, und die Apostelgeschichte zeigt Sein Wirken in der Versammlung, um sie zu leiten. Er benutzte eine Vielzahl von Werkzeugen; aber wir werden, wenn wir die einzigartige Geschichte der Versammlung verfolgen, dass, wo immer der Heiligen Geist wirkte, Er zur Einheit führte und die eine Versammlung Gottes bildete. Kraft wurde sichtbar, und zwar nicht des Menschen, sondern Gottes Kraft. Die Versammlung war der Schauplatz der Entfaltung dieser Kraft. In Apostelgeschichte 4 finden wir gleichsam die ersten Gebetsstunden der Versammlung:
"Und nun, Herr, sieh an ihre Drohungen und gib deinen Knechten, dein Wort zu reden mit aller Freimütigkeit, indem du deine Hand ausstreckst zur Heilung und dass Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Und als sie gebetet hatten, erbebte die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle mit Heiligem Geist erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit" (Verse 29-31).
Was für eine Szene war das! Eine Versammlung, ein Herz, ein Vorsatz: die Verherrlichung Jesu! Der Heiligen Geist war gegenwärtig und ungehindert wirksam. Gewiss, man möchte seufzen, wenn wir den gegenwärtigen Zustand der Christenheit mit jenen glücklichen Tagen des Anfangs vergleichen.
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