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E+E 1959
Wenn in Neuen Testament von einem "Geheimnis" die Rede istm dann wird damit nicht etwas angedeutet, was mysteriös oder schwer verständlich ist. Vielmehr bedeutet "Geheimnis" eine Wahrheit, die im Alten Testament nicht offenbart war - eine Wahrheit, die nur durch Offenbarung von Seite Gottes Kundgetan werden konnte und die dann, nachdem sie offenbart ist, nur durch den Glauben auf Seiten des Menschen erfasst werden kann. Den Gläubigen ist das Vorrecht geschenkt worden, die "Geheimnisse" des Neuen Testaments zu kennen und zu verstehen. Daher sind sie nicht länger verborgene, sondern geoffenbarte Geheimnisse. "Euch ist es gegeben", sagt der Herr Jesus Seinen Jüngern in Matthäus 13, "die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu erkennen, ihnen aber (den Ungläubigen) ist es nicht gegeben" Mat 13,11). Es gibt in den Weissagenungen des Alten Testaments viele sehr kostbare Dinge, aber sie werden nicht Geheimnis genannt. Es ist vielleicht an dieser Stelle ganz hilfreich, die wichtigsten Geheimnisse aufzuführen, die im Neuen Testament offenbart sind:
Nun, die Wahrheit von Christus und der Versammlung ist ein Geheimnis: Der Vorsatz Gott in Bezug auf Christus und die Versammlung war im Alten Testament nicht offenbart. Gott hatte ihn vor aller Zeit in Seinem Herzen , aber er war dort als ein Geheimnis verborgen (Eph 3,5-9; Röm 16,25.26; Kol 1,26). Dieses "Geheimnis des Christus" war in anderen Geschlechtern den Söhnen der Menschen, das heißt den Menschen früherer Zeiten, nicht kundgetan worden, wie der Apostel Paulus in Epheser 3, Vers 5, sagt, und er fügt hinzu: "... wie es jetzt offenbart worden ist seinen heiligen Aposteln und Propheten im Geist." Die Reihenfolge "Apostel und Propheten" (die Apostel werden vor den Propheten genannt) macht klar, dass es sich nicht um Propheten des alten Testaments, sondern um die Apostel und Propheten des Neuen Testaments handelt, deren Lehre - heute in der Heiligen Schrift niedergelegt - die Grundlage der Versammlung bildet, "indem Christus Jesus selbst Eckstein ist" (Eph 2,20). Auch ist zu beachten, dass der Apostel im Gegensatz zu dem, was früher kundgetan worden ist, hier von dem spricht, was "jetzt" offenbart worden ist. Und was die Sache noch deutlicher macht: Die Offenbarung der "Verwaltung des Geheimnisses" war ausschließlich Paulus anvertraut worden; nur in seinen Briefen finden wir die Entfaltung dieser einst im Herzen Gottes verborgenen Gedanken.
Wir müssen also nicht im Alten Testament die Wahrheit über die Versammlung Gottes suchen.Tun wir es dennoch, so wird uns das zu völlig falschen Rückschlüsseln führen, und wir werden nie das wahre Wesen der Versammlung verstehen. Kein Glaubensmann des Alten Testaments - kein Abraham, kein Mose, kein David, kein Jesaja - wusste etwas von der Versammlung des lebendigen Gottes, keiner sprach daher auch je von ihr, auch nicht andeutungsweise. Leider wird das von vielen lieben Kindern Gottes nicht verstanden. Sie haben keinerlei Schwierigkeit, im Alten Testament das zu finden, was sie für die Kirche halten, aber sie irren! Sie vermischen ständig neutestamentliche Wahrheit mit alttestamentlicher Wahrheit, christliche Haushaltung mit jüdischer Haushaltung, und gewinnen somit nie einen wirklichen Einblick in die Gedanken Gottes, sondern fallen früher oder später irgendwelchen Irrtümern zum Opfer, wie zum Beispiel dem, dass der Ölbaum in Römer 11 ein Bild der wahren Kirche sei und dass auch Kinder Gottes "ausgeschnitten" werden und damit verloren gehen können. Deswegen ist das Verstehen der verschiedenen Haushaltungen so überaus wichtig. Eine ganz andere Sache ist es natürlich, dass wir heute rückblickend im Alten Testament durch das Licht des Neuen Testaments Vorbilder und Schatten von dieser Wahrheit der Versammlung finden, wenn wir zum Beispiel nur an die Frauen von Joseph und Mose, an die Stiftshütte, an den Überrest unter Esra und Nehemia usw. denken.
Selbst als der Herr Jesus auf der Erde war, existierte die Versammlung Gottes noch nicht, auch baute Er sie damals noch nicht. Die Versammlung wird im Neuen Testament zum ersten Mal in Matthäus 16, Vers 18, erwähnt. Dort wird Sein Bauen dieser Versammlun als zukünftig gezeigt. "Auf diesen Felsen", sagt der Herr Jesus, "will (oder: werde) ich meine Versammlung bauen." Er hatte Simon einen neuen Namen gegeben: >pétros< = >Stein<, hatte auch angedeutet, dass Er auf dieser Person, von der Petrus gesprochen hatte, auf diesen "Felsen" (gr. pétra) Seine Versammlung bauen würde. Die zweite und letzteErwähnung in den Evangelien finden wir in Matthäus18, Vers 17. Doch auch sie redet offenbar von etwas Zukünftigen; denn noch war der Herr Jesus selbst auf der Erde, so dass Dinge und Probleme zwischen Brüdern vor Ihn begracht werden konnten.
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