Welch ein Tag in der Geschichte der Menschheit.Die Vorderseite des Traktats

Der Retter ist da!
Der Herr der Herrlichkeit, als ein neugeborenes Kind in einer Krippe liegend!
Ohne das Kreuz gäbe es keine Erlösung von der Sünde.
Weihnachtsgeschenke müssen angenommen werden, erst dann sind sie unser Eigentum.

Jesus Christus:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
(Johannes 14,6)

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Die gute Saat" ist ein evangelistischer
Kalender,in dem die Einladung "Lasst euch versöhnen mit Gott!" im Vordergrund steht. Das ist das Dringenste für jeden, der noch nicht seine Sünden vor Gott bekannt und durch den Glauben an Jesus Christus Frieden mit Gott hat.

Zum Nachdenken!

"Jede Verbindung mit der Welt hindert uns daran, die Welt zu überwinden".

J. N. D.
E+E 1959

An einen Neubekehrten

Mein lieber C. -

Die Nachricht von des Herrn Güte, die deiner Seele Frieden schenkte, hat mein Herz mit Lob und Dank erfüllt. Ich freue mich aufrichtig mit dir und nehme innigen Anteil an dein Glück. Dem Herrn allein aber gebührt alle Ehre für Seine Liebe und Gnade. Welch eine Wirklichkeit ist das Werk des Geistes Gottes in der Seele! Er verwundet, um heilen zu können; Er schmettert in Seiner Macht zu Boden, damit Er wieder aufrichte in Gnade. Das hast auch du erfahren und in kurzer Zeit manches gelernt, was dir früher unbekannt war. Ich hoffe, du wirst das, was dein göttlicher Lehrmeister dir gezeigt hat, fleißig benutzen zur Verherrlichung des Herrn und zum Wohle kostbarer Seelen. Du kannst jetzt von Frieden reden, nachdem dein Gewissen sp lange beunruhigt war; von Ruhe, nachdem du so tief unter der Last deiner Sünden geseufzt hast; von Freude, nachdem du durch solche Not und Seelenangst gegangen bist. Wahrlich, wunderbar wirkt der Herr in unseren Tagen! An vielen Orten und in vielen, vielen Herzen hat Er ein Feuer angezündet, und es brennt fort, und der Feind vermag es nicht zu löschen. Sein hwiliger Name sei dafür gepriesen!

Wie mir dein Brief zeigt, hast du auch eine Wahrheit gelernt, die von der größten Wichtigkeit für jemanden ist, der wirklich Ruhe für seine Seele zu finden wünscht; nämlich, daß wir Frieden empfangen, wenn wir glauben, nicht aber ehe wir glauben. Und nun "erfülle dich der Gott der Hoffnung ,it aller Freude und allem Frieden iim Glauben" (Röm 15,13). Beachte den Ausdruck "im Glauben". Es steht im Griechischen hier nicht das Dingwort (Hauptwort) "Glaube", sondern das Zeitwort "glauben", also: "indem du glaubst". Wir werden nicht errettet um des Glaubens willen, als eines Preises, noch nach dem Glauben, als einer erfüllten Bedingung, sondern im Glauben; die göttliche Botschaft macht uns glücklich, indem wir sie glauben. Präge dir diese einfache Wahrheit tief ein. Viele beachten sie nicht un d gehen deshalb oft jahrelang unter stetem Druck einher. Wenn du einen Brief mit guten Nachrichten erhälst, welch eine Wirkung übt da  das Lesen desselben auf dich aus? Du wirst froh, nicht wahr? Und wenn er dir schlimme Nachrichten bringt, was dann? Du wirst traurig. Gerade so ist es in geistlicher Beziehung. In demselben Augenblick, da eine bekümmerte Seele im Glauben auf Jesum blickt, qwicht die Last von ihrem Herzen, und Ruhe und Freude kehren ein. Warum? Einfach weil sie glaubt, daß in Ihm alle ihre Bedürfnisse für ewig gestillt sind. So lange sie auf Ihn blickt, hat sie keinerlei Zweifel. Sie weiß im Besitz der Vergebung ihrer Sünden durch Sein kostbares Blut, ja im Besitz des ewigen Lebens und jeder Segnung durch den Glauben an Seinen gesegneten Namen. Sie findet alles in Ihm, was sie bedarf, und so hat sie vollkommen Frieden. Sie ruht in Ihm und singt mit glücklichem Herzen:

Ich preise Dich! Du hast Dein Blut vergossen,
Für meine Sünden ist's am Kreuz geflossen.
Versöhnung seh' ich - seh' ich, Jesu, Dich;
Ich preise Dich, ich preise Dich!

Jesus selbst ich jetzt der allein würdige Gegenstand für dein Herz. Besäßest du alles, was die Welt dir bieten kann, aber nicht Ihn, so würde in deinem Innern eine öde Leere bleiben. Aber wenn man Ihn besitzt, den Christus Gottes, so ist das Herz zum Überströmen voll, und man sieht alles in dem Lichte Seines Antlitzes, in einem Lichte, das niemals durch eine Wolke verdunkelt werden kann. Das ist der Sonnenschein der Seele; ohne dieses Licht ist alles Finsternis. Die Gegenwart des Herrn das Heiligtum für die Seele, und Seine Liebe die Fülle und Summe alles Segens.

Und nun, mein lieber C., da du, wie du schreibst, "völlig glücklich in Jesu" bist, da du Ihn kennen gelernt hast als deinen Heiland und Erretter, selchen Gebrauch willst du von dieser Kenntnis machen? Willst du sie für dich behalten? Willst du sie vor andern verbergen? Sicherlich nicht! Während es sehr verkehrt sein würde, sich höher oder besser zu dünken als andere, oder unweise über die Wahrheit zu reden, so daß man die Hörer ärgert, müssen wir doch treue Zeugen für Christum sein und ein entschiedenes Zeugnis für die Wahrheit ablegen, wie sie in Ihm ist. Wir müssen die passende Gelegenheit abwarten und dann reden in Sanftmut und Liebe. Suche diejenigen, zu welchen du redest, zu überzeugen, daß du in Demut ihr Bestes suchst. Vermeide alles, was den Anschein erwecken könnte, als wolltest du dich selbst zeigen. Ein Unbekehrter wird leicht durch das Zeugnis eines jungen Christen geärgert. Es muß daher abgelegt werden in großer Demut, unter Gebet und Abhängigkeit von Christo. Zunächst suche mit denen zu reden, die dir durch Alter oder Umstände nahe stehen, zu deinen Verwandten und früheren Bekannten.

Andreas, der Bruder des Simon Petrus, gibt uns ein schönes und belehrendes Beispiel, wie man am besten den Dienst für Christum und für andere Seelen beginnt. Er findet zuerst seinen eigenen Bruder Simon und spricht zu ihm: "Wir haben den Messias gefunden (was verdolmetscht ist: Christus). Und er führte ihn zu Jesu" (Joh 1,41.42). Mein lieber C., gehe hin und tue desgleichen. Suche zuerst deinen eigenen Bruder zu erreichen; sagt ihm, was du gefunden hast, und suche ihn zu Jesu zu führen. Wie einfach war das, was Andreas tat, wie natürlich! und doch wie passend und zweckentsprechend! Es sagt nicht viel, nur das was er selbst gefunden hatte. Wenn dies in einer richtigen Weise, mit einem glücklichen Herzen geschieht, so wird es immer Eindruck machen. Es ist kein Versuch, andere zu blehren oder ihnen zu predigen, sondern die einfache Erzählung einer Tatsache, die das Herz mit ungekannter, himmlischer Freude erfüllt hat. Und wenn Dein Bruder fühlt, daß dir sein Wohl am Herzen liegt, so wird er auch nicht beleidigt werden. Vielleicht mag er wenig Wert auf das zu legen scheinen, was dir so wichtig und kostbar ist. Aber laß dich nicht ermutigen. Denke daran, wo du  selbst einst warst; rechne auf Gott und warte mit Ausharren auf seine Seele. Nichts ist so geeignet, dein eigenes Herz in einem gesunden Zustande zu erhalten als dieses Warten auf die Seele deines Bruders; denn du wirst dann eifrig besorgt sein, daß dein Leben mit deinem Bekenntnis in Übereinstimmung  stehe. Unbeständigkeit würde dein Zeugnis bald schwächen und deinem Bruder zum Anstoß gereichen. Und dies gilt nicht nur von deinem Bruder, sondern auch von deinem Freunde, deinem Nachbarn usw. Jeder Mensch ist im Sinne des Evangeliums unser Bruder; und unser Werk ist nie vollendet, so lange es noch einen Menschen gibt, der sich weigert, zu Jesu zu kommen. Doch vor allem bete viel für deionen Bruder, deinen Freund oder deinen Nachbar. Ich glaube nicht, daß wir ein wirkliches Interesse für jemanden haben, so lange wir nicht für ihn  beten. Im Gebet treten wir vor Gott und in Seiner Gegenwart mit der Person in Verbindung, für die wir beten, und dies wird uns anspornen, gerade so vor der Person zu wandeln, wie wir vor Gott wandeln würden.

Laß mich dich auch bitten, dich vor allem Disputieren und Streiten zu hüten. Der Feind wird immer wieder versuchen, dich in diese Schlinge zu locken; "ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten" (Lies sorgfältig 2. Tim 2,22-26). Streit erregt allezeit Ärger und Feindschaft und macht unsre eignen Herzen unglücklich. Folge dem Beispiel des Andreas: "Wir haben den Messias gefunden". Dieses einfache Zeugnis war genug für Simon. Sein Interesse wurde erregt, und er ließ sich zu Christo führen. Mache es wie Andreas. Rede einfach, aber mit der Bestimmtheit von Dem, den du gefunden hast; von dem, was du weißt, besitzt und genießt. Gehe nicht weiter, als Gott dir Gnade und Erkenntnis gegeben hat.

Ein junges Mädchen schreib einmal an eine Person, die ihr sehr nahe stand und sehr teuer war: "Ich glaube an Jesum; ich habe Jesum gefunden. Ich weiß, daß Jesus mich liebt und sich selbst für michhingegeben hat. Und jetzt weiß ich, daß ich errettet bin. Ich bete jeden Tag für dich, auch für den lieben O. und auch für andere, daß Jesus Euch alle segnen möge." Wie einfach und doch wie ergreifend ist eine solche Berufung an das Herz des Empfängers, sei es nun ein sorgsamer Vater, eine liebende Mutter oder irgend eine andere geliebte Person.

Und nun, mein lieber C., ehe ich meinen langen Brief schließe, muß ich dich noch einmal auf den zweiten Teil dessen, was Andreas tat, aufmerksam machen. Wir haben gelesen: "Er führte ihn zu Jesu". Tue dasselbe mit deinen ganzen Herzen. Sei ernst und entschieden; laß dich durch nichts von deinem Vorhaben zurückschrecken. Es handelt sich um Leben oder Tod, um Himmel oder Hölle. Kannst du daran denken, daß "dein eigner Bruder" sich noch auf dem breiten Wege des Verderbens befindet, ohne alles zu tun, was in deinen Kräften steht, um ihn zu erretten? O sei treu, wachsam, halte an am Gebet! Wäre wohl irgend ein Opfer an Zeit oder Mühe zu groß, wenn es sich darum handelt, einen geliebten Bruder dem ewigen Verderben zu entreißen? Hast du getan, was du konntest? Es mag dir scheinen, als ob der letzte Pfeil aus deinem Köcher vergeblich verschossen wäre. Doch vertraue auf Gott. Sein Köcher ist noch voll von Pfeilen. Werde nicht müde, von Jesu zu reden und zu Seiner ehre zu wandeln. "Wie ihr nun den Christus Jesus, den Herrn, empfangen habt, so wandelt in Ihm." (Kol 2,6). Du wirst erfahren, daß Gott zu Seiner Zeit deine Gebete erhören und deine Mühe belohnen wird. Sie ist nicht vergeblich im Herrn.

O sprich von Ihm, von Seiner Liebe,
Die all Erkennen übersteigt;
Von Ihm, der von des Vaters Throne
Zu Sündern sich herabgeneigt;
Der kam, vom Tode zu erretten,
Dich zu befrein aus Satans Ketten!

Ja, sprich von Jesu, von der Gnade,
Die allen, allen hilfe bot;
Von Seinem Leben, Seinem Wirken,
Von Seinen Leiden, Seinem Tod;
Und Seine Taten, Seine worte
Verkünde treu an jedem Orte!

O sprich von Ihm, dem Sohne Gottes,
Der still den Kelch des Zornes trank;
Von Ihm, dem hehren Fürst des Lebens,
Der in den Staub des Todes sank;
Laß Wort und Werk, dein ganzes Leben
Von Ihm, von Ihm nur Kunde sein!

Quelle: "Botschafter des Heils in Christo" 1893

 

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