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E+E 1959
In unseren Tagen, wo fast jede neue Idee zum Zentrum oder Sammelpunkt einer neuen Vereinigung wird, empfinden wir um so mehr, wie wertvoll es ist, von Gott gewirkte Überzeugungen darüber zu besitzen, was die Versammlung Gottes tatsächlich ist. Wir leben in Tagen einer außergewöhnlichen geistigen Aktivität, und deshalb haben wir es um so dringender nötig, in Ruhe und unter Gebet das Wort Gottes zu studieren. Dieses Wort - gepriesen sei sein Verfasser - ist gleich einem Felsen inmitten des Ozeans menschlicher Gedanken. Unerschütterlich steht es da, ungeachtet des unaufhörlichen Tobens des Sturmes und des Peitschens der Wellen. Und nicht nur steht es für sich selbst unerschütterlich da, sondern es vermittelt seine eigene Festigkeit auch allen, die sich in Einfalt darauf stützen. Welch eine Gnade, dem Auf und Ab der Wogen dieses stürmischen Meeres entfliehen zu können und einen Platz des Friedens und der Ruhe auf dem ewig feststehenden Felsen zu finden!
Das ist in der Tat eine Gnade. Könnten wir uns nicht "zum Gesetz und zum Zeugnis" wenden (Jes 8,20), wo würden wir landen? Wohin sollten wir gehen? Was sollten wir tun? Was für eine Finsternis wäre das, was für ein Durcheinander, was für eine Verwirrung! Tausend mißtönende Stimmen dringen manchmal gleichzeitig an unser Ohr, und jede von ihnen scheint mit solcher Autorität zu reden, dass für den, der nicht recht belehrt und im Wort gegründet ist, die große Gefahr besteht, abgezogen oder zumindest aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden. Der eine sagt uns, dieses sei richtig, ein anderer, jenes sei richtig; ein dritter sagt uns, alles sei richtig, und ein vierter, gar nichts sei richtig. Im Blick auf die Frage der kirchlichen Stellung heißt das, dass einige hierhin gehen, einige dorthin; einige gehen überall hin und einige gehen nirgends hin.
Was soll man unter solchen Umständen tun? Unmöglich kann alles richtig sein. Und doch gibt es zweifellos einen richtigen Weg. Es kann nicht sein, dass wir gezwungen sind, in Irrtum, Dunkelheit und Ungewißheit zu leben. Gepriesen sei Gott! Es gibt einen Pfad, obwohl es ein Pfad ist, "den der Raubvogel nicht kennt und den das Auge des Habichts nicht erblickt hat; den die wilden Tiere nicht betreten, über den der Löwe nicht hingeschritten ist". Wo ist nun dieser sichere und gesegnete Weg? Höre die göttliche Antwort: "Siehe, die Furcht des Herrn ist Weisheit, und vom Bösen weichen ist Verstand" (Hiob 28,7.8.28).
Laßt uns daher in der Furcht des Herrn, im Licht Seiner unfehlbaren Wahrheit, in Demut und in Abhängigkeit von den Belehrungen des Heiligen Geistes mit der Untersuchung unseres Gegenstandes beginnen; und möchten wir dabei Gnade haben, alles Vertrauen auf unsere eigenen Gedanken oder die Gedanken anderer aufzugeben, damit wir aufrichtig und von Herzen bereit sind, uns von Gott allein belehren zu lassen.
Um nun auf dieses erhabene und außerordentlich wichtige Thema der Versammlung Gottes in rechter Weise einzugehen, müssen wir als erstes eine Tatsache anführen und zweitens eine Frage stellen. Die Tatsache ist diese: Es gibt eine Versammlung Gottes auf der Erde. Die Frage lautet: Was ist diese Versammlung?
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