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E+E 1959
"Und sie wurden alle mit Heiligem Geiste erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen" (Vers 4).
In diesem Vers begegnet uns ein Ausdruck, den wir im Verlauf der Apostelgeschichte noch öfter finden werden - der Ausdruck "mit Heiligem Geiste erfüllt werden". Das ist ein Vorgang, den wir von der Taufe mit Heiligem Geist, dem grundsätzlichen Empfangen des Geistes, unterscheiden müssen. Das wird schon dadurch deutlich, daß genau dieselbe Wendung in Kapitel 4, Vers 31, von solchen benutzt wird, die den Heiligen Geist längst empfangen hatten, nämlich den Aposteln selbst un den "Ihrigen": "Und als sie gebetet hatten, bewegte sich die Stätte, wo sie versammelt waren; und sie wurden alle mit Heiligem Geiste erfüllt und redeten das Wort Gottes mit Freimütigkeit." Wenn wir die beide Verse miteinander vergleichen, fällt uns auf, daß nach dem Erfülltwerden mit Heiligem Geist jeweils eine besondere Tätigkeit oder ein bedeutsamer Dienst folgt. Im ersten Fall fingen sie an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Im zweiten Fall redeten sie trotz der Drohungen ihrer Feinde das Wort Gottes mit Freimütigkeit. Es ist unschwer zu erkennen: Das Erfülltwerden mit Heiligem Geist bedeutet nicht einen neuen Empfang des Heiligen Geistes, sondern bedeutet, daß Er von dem Gläubigen, in dem Er wohnt, in praktischer Hinsicht^derart Besitz ergreift, daß Er seinen Sinn, seine Gedanken, seine Fähigkeiten, sein ganzes Tun und Lassen völlig kontrollieren kann, so daß das, was er im Dienst des Herrn tut, genau dem entspricht, was der Heilige Geist wollte. So war es am Tag der Pfingsten, und so war es später. Die Gefäße des Dienstes wurden zu besonderen Zeiten und offenbar zu besonderen Diensten mit Heiligem Geist erfüllt und standen somit für die Ausübung dieses besonderen Dienstes unter der vollständigen Kontrolle des Heiligen Geistes. Als Petrus "über eine Wohltat an einem kranken Menschen" vor dem Synedrium der Juden verhört wurde und in ihre Mitte gestellt worden war, hören wir in Kapitel 4, Vers 8: "Da sprach Petrus, erfüllt mit Heiligem Geiste ..." Als der Zauberer Elymas den beiden Knechten Gottes, Barnabas und Saulus, widerstand und den Prokonsul Sergius von dem Glauben abwendig zu machen suchte, lesen wir von Saulus: "Saulus aber, der auch Paulus heißt, erfüllt mit Heiligem Geiste, blickte unverwandt auf ihn hin und sprach ..." (Kapitel 13,9). Diese Beispiele zeigen auch, daß das Gegenteil von erfüllt nicht leer ist. Gott gab bei besonderen Anlässen besondere Macht, übrigens im allgemeinen ungebeten. Daß das Erfülltwerden mit Heiligem Geist nicht von der Innewohnung des Heiligen Geistes in dem Gläubigen abhängt (so wenig sind die beiden Dinge dasselbe!), zeigen uns Stelle wie 2. Mose 28, Vers 3; 5. Mose 34, Vers 9; Lukas 1. Verse 15.41 und 67, in denen sämtlich von Menschen die Rede ist, die den Heiligen Geist noch nicht empfangen hatten (weil Er zu jener Zeit noch gar nicht auf der Erde wohnte). zur Erfüllung einer besonderen Aufgabe aber mit Heiligem Geist erfüllt wurde. Ich glaube sicher, daß auch wir heute dieses Erfülltwerden mit Heiligem Geist erfahren können oder auch schon erfahren haben; daß wir auch darum beten dürfen, wenn wir vor einer besonderer Situation, vor einem schweren Dienst usw. stehen. Sagt uns doch Epheser 5, Vers 18: "Werdet [beständig] mit dem Geiste erfüllt." In dieser Stelle wird jedoch ein Unterschied zu den bisherigen Beispielen sichtbar, den ich durch die Einfügung beständig kenntlich zu machen suchte. Während in den bisher genannten Stellen für erfüllt eine Verbform benutzt wird, die auf etwas Momentanes, Einmaliges hinweist, verwendet der Heilige Geist in Epheser 5 eine Verbform, die einen andauernden Vorgang bezeichnet. Dewegen: werdet beständig erfüllt. Wir sollten uns also nicht damit zufriedengeben, daß uns der Heilige Geist bei bestimmten Anlässen erfüllt, um diese oder jene Aufgabe unter Seiner Kontrolle und Macht auszuführen, sondern wir sollten danach streben, daß Er uns allezeit und leitet, in unserem ganzen Leben, in allen Dingen. Doch dann müssen wir aus unserem Leben das wegtun, was Ihn betrübt (Eph 4,30), und das sind nicht nur böse Dinge, sondern oft auch solche, die wir als harmlos ansehen. Geben wir ihnen nämlich den Vorzug vor Christus, sind sie alles andere als harmlos. Der Geist aber will uns mit Christus beschäftigen, und Er wird in Seinem Wirken gedämpft, wenn Ihm andere Dinge in unseren Herzen entgegenstehen. So wird es viele "harmlose" Dinge geben, die wir aus unserem Leben zu entfernen haben, wenn wir mit Heiligem Geiste erfüllt sein wollen. Das führt uns noch zu einem anderen Ausdruck, der ebenfalls hier und da in der Apostelgeschichte vorkommt: voll Heiligen Geistes. Er deutet einen gewohnheitsmäßigen Zustand der Seele an und wird von Menschen benutzt, die beständig vom Geist kontrolliert waren. Vollkommen war das bei unserem Herrn der Fall (Lk 4,1) und in gewissem Maß auch bei Stephanus und Barnabas (Apg 6,3.5; 7,55; 11,24). Was ist das für ein schöner Ausdruck - "voll Heiligen Geistes und Glaubens"! Ob das der Heilige Geist auch von uns sagen kann? Andere Sprachen Am Tag der Pfingsten erfüllte der Heilige Geist die Jünger und befähigte sie, in anderen Sprachen zu reden, in Sprachen, die sie nie gelernt hatten. Wir können annehmen, daß alle hunderzwanzig mit dieser Macht ausgestattet wurden. Gott schickte sich jetzt an, in Seiner Gnade die Grenzen zu überspringen, die Er einst zur Eindämmung des Hochmuts des Menschen durch Verwirrung ihrer Sprache eingesetzt hatte (1. Mose 11,1-9). Er beseitigte nicht die Sprach-Barriere - sie bestehen bis heute -, aber Er übersprang sie. Er ließ Seine Knechte in den verschiedenen Dialekten der Völker reden: ein Zeichen dafür, daß Seine gute Botschaft zu allen Völkern und Sprachen der Erde hingelangen sollte. So ist dieses dritte Zeichen der Gegenwart des Heiligen Geistes, der nun gekommen war, in gewissen Sinn die hörbare Offenbarung der zerteilten Zungen wie von Feuer, die auf einen jeden von ihnen gekommen war. Zusammenfassung Ehe wir uns nun mit dem Wesen des Redens in anderen Sprachen näher beschäftigen, sei noch einmal eine gewisse Zusammenfassung dessen gegeben, was wir in den ersten vier Versen des zweiten Kapitels der Apostelgeschichte gesehen haben. Drei Dinge wurden uns in diesen Versen in bezug auf das Herabkommen des Heiligen Geistes vorgestellt:
Lukas ist der einzige Schreiber im Neuen Testament, der uns im Auftrag Gottes berichtet hat, was in der Nacht geschah, als der Herr Jesus geboren wurde. Er ist auch der einzige, der uns mitgeteilt hat, was sich an dem Morgen abspielte, als der Heilige Geist ausgegossen wurde. Was er uns mitzuteilen hat, ist für uns von höchstem Interesse und von höchstem Wert. Gott sei Dank für die Berichte, die Er uns durch den "geliebten Arzt" (Kol 4,14) hat übermitteln lassen! Bis hier her der Auszug aus:
Apostelgeschichte 2
"Ein Volk für seinen Namen" (Teil 2)
von Chr.Briem
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