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E+E 1959
Der heutige Mensch will täglich Neues erleben. Was er gestern sah und hörte, ist überholt, nur "etwas Neues" findet sein Interesse. Besonders zieht die Politik allgemein die stärkste Aufmerksamkeit auf sich, aber auch das Weltgeschehen, der Sport, die modernen Verkehrsmittel und schließlich noch Fragen, die sich auf die Religion beziehen. Nicht schnell genug empfängt der Mensch neuen Lesestoff; eifrig sucht er, Neues an modernen Geräten zu hören und zu sehen. Morgen ist dies schon wieder alt, und anderes Neues wird begierig erwartet. Ruhe und Befriedigung aber bringt das Neue nicht. Der wiedergeborene Christ bevorzugt "das Alte", wenn er sich auch dem Zeitgeschehen nicht ganz verschließen kann. "Das Alte" schenkt ihm die Heilige Schrift, deren ältester Teil vor nahezu 3500 Jahren geschrieben wurde. Heilige Männer Gottes, durch den Heiligen Geist inspiriert, haben das Wort Gottes niedergeschrieben. Dieses Wort ist lebendig und wirksam und schärfer, als jedes zweischneidige Schwert. Dem gläubigen Leser ist es nicht alt, sondern immer wieder neu, so oft er es auch lesen mag. Tausende und Abertausende glücklicher Leser haben beim Lesen das Empfinden, als seien sie an einer frisch sprudelnden Quelle, die das Herz und den Geist erquickt.
Die Bibel enthüllt die Absichten Gottes, beschreibt den Zustand des Menschen und den Weg des Heils und fordert zur Buße auf, denn die Sünden haben eine Scheidung zwischen Gott und dem Menschen gemacht. Kain ging weg von dem Angesicht Gottes. Der verlorene Sohn reiste weg in ein fernes Land, litt Mangel und Not und sprach: "Ich aber komme hier um." "Ein gewisser Mensch ging von Jerusalem nach Jericho hinab und fiel unter die Räuber, die ihn auch auszogen und ihm Schläge versetzten und weggingen und ihn halbtot liegen ließen." Das ist die traurige Geschichte des ganzen Menschengeschlechte. Unter Satan hat der Mensch einen harten Dienst, kein Erbarmen wird ihm zuteil. Er steht unter dem Gesetz der Sünde und des Todes, ist aussätzig, blind, kraftlos und tot. Eine hoffnungslose Lage.
Gott aber will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe, und Er ruft schon seit annähernd zweitausend Jahren: "Laßt euch versöhnen mit Gott! Den, der Sünde nicht kannte, hat er für uns zur Sünde gemacht, auf daß wir Gottes Gerechtigkeit würden in ihm." "Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, wie Schnee sollen sie weiß werden; wenn sie rot sind wie Karmesin, wie (weiße) Wolle sollen sie werden." "Heute, wenn ihr seine Stimme höret, verhärtet eure Herzen nicht."
Der Gläubige findet in dem Buche der Bücher den Weg der Erlösung, die Strafe der unbußfertigen Sünder und die Seligkeit der Erlösten. Seine Lehren sind heilig, seine Vorschriften bindend, seine Geschichten wahr und seine Bestimmungen unumstößlich. Lies Gottes Wort, um weise zu sein! Es ist Licht, dich zu leiten, Speise, dich zu erhalten, und Trost, dich zu erquicken. Es ist die Landkarte des Reisenden, der Stab des Pilgers, der Kompaß des Steuermanns, das Schwert des Kriegers und das Panier des Christen. Der Himmel wird geöffnet, und die Tore der Hölle werden geschlossen. Christus ist der hohe Gegenstand, unser Heil Seine Absicht und die Verherrlichung Gottes sein Endziel. Das Wort sollte unser Herz regieren und unsere Füße leiten. Lies die Bibel langsam, lies sie mit Gebet, sie ist dir zum Leben gegeben, sie legt die höchste Verantwortung auf und verheißt für den größten und den kleinsten Dienst Belohnung. Wer ihren Inhalt nicht ernst nimmt, geht verloren.
Wie wertvoll ist es, wenn am Sonntag alte und junge Brüder zusammensitzen, um über das in der Versammlung gelesene Wort weiterzusprechen. Solche gemeinsamen Unterhaltungen sind allen Brüdern zu empfehlen; sie vertiefen die Erkenntnis und mehren die aus dem Wort bereits gesammelten Schätze. Manche Brüder sind durch häusliche Pflichten verhindert, solche Unterhaltungen beizuwohnen und empfinden den Verlust. Andere kennen und erkennen nicht den Wert brüderlicher Wortbetrachtung, die übrigens auch eine gute Übung für den Dienst in der Versammlung ist. Ein Rückblick auf die Stunden, die am Tage des Herrn unausgenützt geblieben sind, werden manchen Bruder und vielleicht auch manche Schwester nachdenklich stimmen. Der Herr wolle unseren Eifer für Ihn und Sein Wort weiter anspornen!
An einen Sonntag saßen Brüder zu diesem Zweck zusammen. Ein Bruder unterbrach das Gespräch mit dem Hinweis, daß er über das Verhalten einiger jüngerer Brüder beunruhigt sei. Die Versammlung nach dem Worte müsse sie augenscheinlich nicht mehr ganz befriedigen. Nicht wenige suchten nebenher die Stunden von Christen auf, wo sie Gefallen fanden an musikalischen Darbietungen und dergleichen. Eine Stüze für ihr Verhalten hätten sie in den Gebeten gefunden, die leider mitunter in Versammlungen für solche Kundgebungen vorgebracht werden.
Alle Kinder Gottes stehen im Werte des Blutes Jesu Christi vor Gott, und wir sollen sie alle so betrachten und schätzen. Aber nicht alle sind bereit, sich dem ganzen Worte zu unterwerfen. Teils werden menschliche Meinungen dem Worte hinzugefügt, und teils werden Teile der Heiligen Schrift ganz außer acht gelassen. Dazu kann Gott sich nicht bekennen, und der Gläubige, der dem Worte gehorsam sein will, ebensowenig. Wer nach etwas Neuem trachtet, bekundet damit, daß ihm der Herr Jesus allein nicht genügt. Nur Er kann das Herz mit Frieden und Freude erfüllen, nicht aber das Streben nach Neuem.
Quelle: "Ermunterung und Ermahnung" 1974
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