Welch ein Tag in der Geschichte der Menschheit.Die Vorderseite des Traktats

Der Retter ist da!
Der Herr der Herrlichkeit, als ein neugeborenes Kind in einer Krippe liegend!
Ohne das Kreuz gäbe es keine Erlösung von der Sünde.
Weihnachtsgeschenke müssen angenommen werden, erst dann sind sie unser Eigentum.

Jesus Christus:
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.
Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.
(Johannes 14,6)

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Die gute Saat" ist ein evangelistischer
Kalender,in dem die Einladung "Lasst euch versöhnen mit Gott!" im Vordergrund steht. Das ist das Dringenste für jeden, der noch nicht seine Sünden vor Gott bekannt und durch den Glauben an Jesus Christus Frieden mit Gott hat.

Zum Nachdenken!

"Jede Verbindung mit der Welt hindert uns daran, die Welt zu überwinden".

J. N. D.
E+E 1959

"Ich will dir nachfolgen, wohin du gehst, Herr"

"Es geschah aber, als sie auf dem Wege dahinzogen, sprach einer zu Ihm: Ich will dir nachfolgen, wohin irgend du gehst, Herr. Und Jesus sprach zu ihm: Sie Füchse haben Höhlen, und die Vögel des Himmels Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo Er Sein Haupt hinlege" (Luk 9,57.58).

So berichtet uns der Evangelist Lukas. Durch Matthäus erfahren wir, daß es ein Schriftgelehrter war, der mit kühnen Entschluß: "Ich will dir nachfolgen, wohin irgend du gehst, Herr", zu Jesu kam. Es gab also auch unter den Schriftgelehrten einzelne, die an Jesum glaubten. Wir haben auch keinen Grund, an der Aufrichtigkeit dieses Mannes zu zweifeln. Im Gegenteil, drei Dinge sprechen dafür, daß es ihm mit seinem Vorhaben ernst war.

Zunächst sonderte er sich von seinesgleichen ab und kam zu Jesu. Fast alle Schriftgelehrten waren erbitterte Feinde des Herrn. Es war daher nichts Geringes für ihn, sich auf die Seite Jesu zu stellen. Aber er tat diesen Schritt und bestand damit die erste Probe, aus welche alle gestellt werden, die Jesu nachzufolgen begehren, die Probe nämlich, ob ihr Wunsch auch wahr und ihr Verlangen aufrichtig ist. Es ist nie leicht, sich der Allgemeinheit entgegenzustellen, gegen den Strom zu schwimmen, besonders schwer aber, wenn es sich um ein Bekenntnis für Christum handelt.

Weiter sehen wir, daß der Schriftgelehrte sich nicht schämte, sich öffentlich für Jesum zu entscheiden. Nikodemus kam bei der Nacht zum Herrn. Von der wunderbaren Person Jesu angezogen, wünschte er Ihn näher kennen zu lernen, aber er scheute sie Öffentlichkeit. Der Schriftgelehrte dagegen kam am hellen Tage und bekannte vor allem Volke, daß er Jesu nachfolgen wolle, wohin irgend Er gehe. Weder Menschenfurcht noch falsche Scham hielten ihn zurück.

Damit bestand er auch die zweite Probe. Wie viele Menschen, obgleich überzeugt, schrecken haute vor einem öffentlichen Bekennen des Herrn zurück! Sie halten sich ängstlich im Hintergrunde, da wo sie kühn hervortreten sollten. Es gibt Christen, die ihren Mangel an Entschiedenheit damit zu entschuldigen suchen, daß sie sagen: "Ich rede nicht gern öffentlich von solchen Dingen". Aber ist das recht? Sind wir nicht berufen, ein fröhliches Bekenntnis von dem abzulegen, was unsere Herzen glücklich macht? Wenn ein Gläubiger sich wirklich schämt, von dem zu reden, was Gott an ihn getan hat, wird dann nicht auch "der Sohn des Menschen sich seiner schämen, wenn Er kommen wird in der Herrlichkeit des Vater mit den heiligen Engeln"? Die Mensch sind freilich sehr verschieden. Der ein besitzt viel natürliche Freimütigkeit, der andere ist zaghaft und verlegen; es wird ihm schwer, das rechte Wort zu finden. Aber die Gnade genügt auch für den Zaghaftesten, wenn nur das Herz für Jesum schlägt.

Ein dritter Beweis von der Aufrichtigkeit des Schriftgelehrten ist wohl der, daß er nicht aufschieben wollte. Er trat an den Herrn heran, als Er "auf dem Wege dahinzog". Hätte er nicht besser getan, eine andere Gelegenheit abzuwarten, oder dem Herrn dahin zu folgen, wohin Er zu gehen beabsichtigte, um Ihm dort, unbehelligt von anderen, seinen Wunsch vorzutragen? War nicht der Augenblick unglücklich gewählt? Nein, das tiefe Verlangen des Mannes duldete keinen Aufschub. Es war ihm zu ernst mit seinem Wunsche, mit Christo verbunden zu sein. Anderes mochte einen Aufschub ertragen, diese Sache nicht.

Hier ist eine Klippe, an der schon viele gescheitert sind. Sie wollen auch "nachfolgen", aber nicht "sogleich", und indem sie den erwachenden Entschluß nicht unverzüglich in die Tat umsetzen, sich nicht rückhaltslos Christo übergeben, solang sie noch unter dem Eindruck des Wortes und den Wirkungen des Geistes stehen, wird das Gehörte vergessen, die ernsten Eindrücke schwinden, und es bleibt bei den guten Vorsätzen. "Später einmal" wollen auch sie folgen, aber aus diesem "Später einmal" wird nur zu oft ein "Niemals"!

Wir sehen also, daß der Schriftgelehrte genügende Beweise von seiner aufrichtigen Gesinnung gab. Soweit sein Verständnis reichte, handelte er richtig und gut. Die Worte des Herrn hatten sein Herz erreicht, Seine Werke hatten ihn überzeugt, und mit der ganzen Wärme eines aufrichtigen Gefühls kam er, um sich auf die Seite Jesu zu stellen.

Aber nun der Empfang! Wir sind überracht, auf die eifrigen Worte des Mannes die Antwort des Herrn zu hören: "Doe Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo Er Sein Haupt hinlege". Sie wirkt fast wie ein kalter Wasserstrahl. Wir hätten wohl eine andere Antwort erwartet und eher einen warmen, herzlichen Empfang am Platze gefunden, als gerade diese Worte. Sie klingen wie eine herbe Abweisung, ja, fast wie ein Tadel, und das aus dem Munde Dessen, der zu anderen Zeiten die Menschen so freundlich einladen konnte: "Komm und folge mir nach!" oder: "Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen!" oder: "Wer zu mit kommt, den werde ich nicht hinausstoßen". Aber derselbe Mund hat auch gesagt: "Wer irgend mir nachkommen will, verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach". (Mark 8,34) Und in diesem Wort finden wir wohl den Schlüssel zu der Antwort des Herrn an den Schriftgelehrten.

Obgleich aufrichtig, war der Mann augenscheinlich noch sehr unwissend. Er wünschte Christo nachzufolgen, aber er dachte nicht daran, daß es dabei ein Kreuz zu tragen gab. Er hatte versäumt, die Kosten zu überschlagen. So konnte der Herr ihn aber nicht in Seinen Dienst treten lassen. Darum Seine Antwort, die sich in die Frage umdeuten läßt: "Denkst du auch wohl daran, daß du, mir nachfolgend, viel, ja, alles aufgeben mußt, was das Leben hienieden angenehm macht?" Es war keine leichte Sache, in die Nachfolge eines Herrn zu treten, der mehr von aller äußeren Behaglichkeit entblößt war, als die Tiere des Feldes und die Vögel des Himmels. Der Diener eines solchen Herrn mußte sich darauf gefaßt machen, alle Entbehrungen und Widerwärtigkeiten mit Ihm zu teilen. Freundlich und voll Gnade gegen alle, weigerte der Herr sich nicht, den Schriftgelehrten als Seinen Jünger anzunehmen. Aber Er warnt ihn, indem Er ihn auf die Kosten des Turmes hinweist, den er bauen will. Wir wissen nicht, was aus dem Manne geworden ist; da uns aber nicht berichtet wird, daß er entmutigt zurückgetreten sei, dürfen wir hoffen, daß er, bei seinem Wunsche beharrend, sein Kreuz aufgenommen hat und Christo nachgefolgt ist.

Die Worte: "Ich will dir nachfolgen", sind einfach, aber bedeutungsvoll. Sie lehren uns, was echtes Christentum ist. Christo nachfolgen bedeutet mehr, weit mehr, als Sein Beispiel nachahmen. Sind wir im Glauben zu Ihm gekommen und haben Ihm als unseren Heiland vertrauen gelernt, ist Sein Leben unser Leben geworden, so sind wir auch berufen, durch Seinen Geist belehrt, in Seinen Fußstapfen zu wandeln, Seinen Willen zu tun, unter den beständigen Einfluß Seines Wortes zu bleiben, kurz, Ihmzu folgen, wohin irgend Er geht. Dazu müssen wir bereit sein, um Seinetwillen alles aufzugeben, und dürfen nicht vor dem Kreuze zurückschrecken, das Er uns reicht. Das ist Nachfolge Christi, das ist echtes Christentum.

Es ist etwas Großes, wenn ein Mensch aufrichtig sagen kann: "Ich will dir nachfolgen, Herr", wenn alles Zweifeln und Zögern ein Ende gefunden hat und der Schritt mit Herzensentschluß im Glauben getan wird. Für den Schriftgelehrten brachte dieser Schritt ohne Zweifel eine gewaltige Veränderung in seinem äußeren Leben mit sich. In unseren Tagen ist das im allgemeinen weniger der Fall. Die äußeren Umstände gestalten sich gewöhnlich nicht viel anders als vorher. Der Kaufmann wartet nach wie vor seines Geschäftes, der Angestellt bleibt in seiner Stellung, der Arbeiter in seinem Beruf. Aber dennoch ist die Veränderung, die in und mit einem Menschen vorgeht, wenn er Jesu Nachfolger wird, auch heute noch groß und wunderbar. Abgesehen von der völligen Umwandlung in seinem Ihhern, von dem Übergang aus dem Tode in das Leben, aus der Finsternis in das Licht, hat sich seine ganze Lage verändert. Die Welt ist zu einer Wüste für ihn geworden, seine nächsten Freunde und Bekannten verstehen ihn nicht mehr, seine wltliche Umgebung bemitleidet oder verspottet ihn, das Leben mit Christo und für Christum beginnt, und alles das umso wirklicher, je näher und treuer er hinter seinem Herrn hergeht. Der Pfad der Selbstverleugnung öffent sich vor ihm.

Wir haben vor dem Schriftgelehrten den Vorzug, daß wir über die Natur des Dienstes Christi belehrt sind. Wir erwarten nicht, daß alles glatt gehen werde. Wir wissen, daß wir ein Kreuz auf dem Wege finden. Wir mögen, wie gesagt, nicht allen äußeren Bequemlichkeiten zu entsagen haben und ganz arm und heimatlos werden müssen, wie unser Herr einst war. Aber Entsagung und Verleugnung ist unser aller Teil. O möchten wir danach trachten, willig alles aufzugeben, was Er uns aufgeben heißt, los und frei zu werden von allem außer Ihm! Kein wahrer Nachfolger Christi kann dem Kreuze entgehen. Das Fleisch muß gekreuzigt, die Welt aufgegeben, Selbstverleugnung muß geübt und Schmach erduldet werden. Auf alles das weist der Herr uns in Gnaden hin. Er tut es nicht, um uns abzuschrecken oder unseren Eifer abzukühlen, noch läßt Er uns in unserer Schwachheit allein. Hat Er uns nicht zugerufen: "Kommet her zu mir!"? Aber Er ruft uns mit dem Ruf der Wahrheit. Ihm nachzufolgen, ohne das Kreuz aufzunehmen, ist unmöglich. Doch wir wissen, wem wir geglaubt haben und wem wir vertrauen. Wir kennen Ihn, der vor uns hergeht. Es ist ein sanftes Joch und eine leichte Last, die wir auf Seinem Wege finden. Seine Gnade und Liebe und die Kostbarkeit Seiner Gemeinschaft machen jede Bürde leicht.

Diesen Beitrag fand ich in dem "Botschafter des Heils  in Christo"  von 1929, Seite 113.

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