2. Korinther 5,20

Lasst euch versöhnen mit Gott!
 

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Der Admin

Zum Nachdenken!

"Jede Verbindung mit der Welt hindert uns daran, die Welt zu überwinden".

J. N. D.
E+E 1959

II Vom Glauben

Jedermann weiß, wenn es um Christentum und Bibel geht, man des Glaubens bedarf. Zwar vergißt man es oft und möchte die Dinge, die nur durch den Glauben erfaßt werden können, mit dem Verstand begreifen. Nun, der Verstand ist an seinem Platz gut, etwa bei der Erforschung der Schöpfung und ihrer zahlloser Wunder, oder bei der Entdeckung der in der Welt der Zahlen verborgenen mathematischen Gesetze usw. Aber so staunenswert groß auch das Gebäude menschlichen Wissens ist und so Herrliches auch der menschliche Geist zutage gefördert hat, so darf diese Tatsache nicht zu dem Gedanken verleiten, als wäre der menschliche Geist unumschränkt und menschliches Wissen unbegrenzt. Das Gegenteil ist der Fall! Ein Arzt, Dr. Hans Hoppler, schreibt hierzu (in seinem Buch "Bibelwunder und Wissenschaft", Seite 7): "Die Welt, die manche noch vor kurzem ganz einfach und klar vor sich zu sehen glaubten, ist gewissermaßen durch die neuesten Entdeckungen wieder geheimnisvoller geworden. So in der Medizin. Was herrschte vor vierig Jahren  für ein Freudentaumel in dieser Wissenschaft; nach der Entdeckung der Zellen Bakterien schien es wie Schuppen von den Augen der Ärzte zu fallen! Und heute: allgemeine Ernüchterung! Die Zelle, die ein gar einfaches kleines Lebewesen schien, haben wir als einen Wunderbau erkennen müssen, für dessen volles Verstehen uns die Fähigkeit fehlt. Die Einfachheit, mit der wir uns vor dreißig Jahren die Lokalisation und Funktion mancher Fähigkeiten im Gehirne vorstellten, belächeln wir heute, da wir wissen, daß in Wirklichkeit diese Einrichtungen unendlich viel komplizierter sind. Überall neue Probleme, neue Rätsel! Wo eines gelöst schien, sind fünf neue entstanden. Und wie der Medizin, so ist es mit dem Fortschreiten allen Abteilungen der Naturwissenschaften gegangen. Ihr Wissen ist durchweg viel größer geworden; aber sie haben die Wahrheit des Satzes erfahren müssen: Je mehr einer weiß, um so mehr sieht er, daß er nichts weiß!" So bekennt auch Prof. Hufeland, der große Arzt: "Aber ebensosehr finde ich, daß, je älter ich werde, ich mich desto mehr durchdrungen fühle von der Wahrheit: Quantum est, quod nescimus! - daß ich immer mehr einsehe, wie viel wir nicht wissen, ja daß ich darin einen Hauptfortschritt meines Wissen finde, zu erkennen, was ich nicht weiß". Schon früher sagte der berühmte Mathematiker und Denker, Blaise Pascal, der auch ein überzeugter Christ war, mit mathematischer Schärfe zu diesem Gegenstand: "Das menschliche Wissen gleicht einer Kugel; je größer sie wird, um so mehr Berührungspunkte bietet sie mit dem Unbekannten". Auch ein Zeugnis aus neuester Zeit sei noch angeführt: "Ontologie ( die Lehre vom Sein) behandelt die Probleme des Seins, die Beschaffenheit der Strukturen; aber indem sie diese Probleme zu klären sucht, wird sie gezwungen, zu dem Wissen von dem Erfahrbaren den Glauben an das Unerfahrene, aber doch sicherlich Bestehende hinzuzunehmen. Ohne diese legitime (anerkannte) Komponente kommt auch die Naturwissenschaft nicht aus". (Prof. Friedrich Dessauer "Der Mensch und sein Erkenntnisraum", Physikalische Blätter 1958, S. 535.) Dieser Gelehrte erkennt also an, daß das Unerfahrbare, nicht zu Erforschende, dennoch besteht. Das ist sehr wichtig! Aus der Tatsache, daß sich etwas dem Forschen oder Erkennen entzieht, kann nicht gefolgert werden, daß es nicht besteht. Wir müssen, wie Professor Dessauer sagt, zu dem Wissen auch den Glauben an das Unerfahrbare hinzunehmen. Ohne den Glauben kommen wir nicht aus. Auch nicht im praktischen Leben. Man schließt z. B. einen Vertrag, in dem "guten" Glauben, daß der andere Partner seinen Verpflichtungen nachkommen werde. Ob der Glaube "gut", d. h. richtig ist, stellt sich erst später heraus.Überall handelt man nach "Treu' und Glauben", man ist dazu gezwungen, es geht gar nicht anders. Auch die Mathematik, die logischste aller Wissenschaften, kommt ohne Glauben nicht aus, sie hängt an Axiomen, an unbeweisbaren Sätzen; u. a. an dem Satz: Jede Größe ist sich selbst gleich; 1 = 1. Oder: Das Ganze ist die Summe aller seiner Teile. Man muß diese Sätze, die man nicht beweisen kann, annehmen, oder man ist ein Narr. Beweisen heißt, auf anderes, als richtig anerkanntes, zurückführen. Aber irgendwo hat diese Kette von Beweisen ein Ende, nämlich bei den Axiomen. So brauchen wir durchaus den Glauben, wenn schon in den natürlichen und irdischen Dingen, dann erst recht in den göttlichen und ewigen.

Über die Natur des christlichen Glaubens macht man sich weithin falsche Vorstellungen. Man denkt, daß er etwas Unbestimmtes, Individuelles und damit für die Allgemeinheit Wertloses sei. So, wie wenn man sagt: Ich glaube, ich werde das Examen bestehen; oder: Ich glaube, daß Herr N. ehrlich ist. Man will aber sagen: Ich nehme an, daß ich das Examen bestehen werde, oder: Ich bin der Meinung, Daß Herr N. ehrlich ist. In diesem Charakter der mehr oder weniger begründeten Annahme, des persönlichen Meinens, sieht man meist den christlichen Glaubens. Es ist aber etwas ganz anderes, nämlich etwas Festes, Bestimmtes, und er ist eine große unüberwindliche Kraft, von Mut, Zuversicht und Freude begleitet. Die Geschichte kennt zahlreiche Beispiele von mutigen Gleubenszeugen und -zeuginnen, die lieber Marter und Tod erduldeten, als ihre Überzeugung aufgaben, Menschen, die durch die Kraft des Glaubens große Werke vollbrachten und vielerlei Entbehrungen und Mühen auf sich nahmen. "Und was soll ich noch sagen? Denn die Zeit würde mir fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon und Barak und Simson und Jephta, und David und Samuel und den Propheten, welche durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, der Löwen Rachen verstopften, des Feuers Kraft auslöschten, des Schwertes Schärfe entgingen, aus der Schwachheit Kraft gewannen, im Kampfe stark wurden, der Fremden Heerscharen zurücktrieben. Weiber erhielten ihre Toten wieder durch Auferstehung; andere aber wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen, auf daß sie eine bessere Auferstehung erlangten. Andere aber wurden durch Verhöhnung und Geißelung versucht und dazu durch Bande und Gefängnis ..." (Hebr 11, 32-36).

Wie ist dies zu erklären? Ganz einfach: Der christliche Glaube hat eine feste, unerschütterliche Grundlage, er stützt sich auf das göttliche Wort, auf die Bibel. Zudem rüstet Gott den Glaubenden mit Seiner Kraft aus und steht ihm in jeder Hinsicht bei. Jeder Glaube hat eine Grundlage, aber es kommt darauf an, daß sie richtig ist. Man sagt manchmal: Irgendeinen Glauben muß der Mensch haben; welcher es ist, ist nicht so wichtig. Was würde man von einem Menschen halten, der sagt: Irgendeine Medizin muß der Kranke nehmen, damit er gesund wird, welche, ist nicht so wichtig? Man würde ihn für beschränkt erklären. Nein, der Kranke muß die für ihn richtige Medizin gebrauchen, und der Mensch muß den rechten Glauben haben, um nicht irre zu gehen. Für den christlichen Glauben ist, wie bereits bemerkt, die Bibel die Grundlage. Der Glaube der Buddhisten z. B. stützt sich auf die Lehre des Budda; derjenige vieler anderer Menschen ruht auf ihren Verstandesschlüssen. So besteht der Glaube des Fatalisten in der Überzeugung, daß alles unabhängig von dem Verhalten des Menschen so kommt, wie es ihm bestimmt ist; er kann nichts daran ändern. Dieser Gedanke wird aus gewissen Beobachtungen hergeleitet, die ihn scheinbar rechtfertigen. Aber man kann unschwer aus anderen Beobachtungen sehen, daß das "Schicksal" eines Menschen in vielen wichtigen Stücken von seinem Verhalten bestimmt wird. Auch bei den Völkern ist dies so. Im Abschnitt V wird dies an dem Beispiel des Volkes Israel gezeigt. Nebenbei sei erwähnt, daß die Schlußfolgerungen des Verstandes von dem menschlichen Willen beeinflußt, wenn nicht gar hervorgerufen werden. Der Gottesleugner will, daß es keinen Gott gibt, und darum sucht er nach Beweisen für seine Behauptung. Und warum er es so will, ist ganz einleuchtend: Er willfrei und niemand für sein Tun verantwortlich sein. Er weiß genau, daß, wenn es einen Gott gibt, er von Ihm wegen seiner Sünden Gericht zu erwarten hat. Wie schwankend dieses Gedankengebäuden ist, geht aus dem Verhalten mancher Gottesleugner in Stunden höchster Not hervor; nicht wenige von ihnen haben z. B. im schweren Granatenhagel an der Front gebetet!

Weil der Verstand verhältnismäßig enge Grenzen hat, kann er die Grundlage für die unsichtbaren und ewigen Dinge nicht "erarbeiten". Wir sind ganz auf Offenbarung von seiten Gottes angewiesen. Schon im Natürlichen. Wir wüßten nicht, was ein Käfer, eine Blume, ein Kristall oder eine Sonne ist, wenn es uns Gott nicht in Seiner Schöpfung gezeigt hätte. In den geistlichen Dingen ist es erst recht notwendig, daß Gott und Offenbrungen schenkt. Von Gottes Gedanken und Pläne, von Seinen Absichten und Seinem Wesen können wir nichts wissen, wenn Gott uns hierüber keine Mitteilung macht. "Denn wer von den Menschen weiß, was im Menschen ist, als nur der Geist des Menschen, der in ihm ist? Also weiß auch niemand, was in Gott ist, als nur der Geist Gottes" (1. Kor 2,11). Gott teilt Seine Offenbarungen den Gläubigen durch Seinen Geist mit: "Uns aber hat Gott es geoffenbart durch seinen Geist, denn der Geist erforscht alles, auch die Tiefen Gottes (1. Kor 2,10). Die Bibel ist die Offenbarung Gottes an die Menschen. Wir müssen demütig und bescheiden werden und endlich einsehen, daß wir der Offenbarungen von seiten Gottes so dringend bedürfen.

Man lehne also den christlichen Glauben nicht als töricht, phantantisch oder unwirklich und daher wertlos ab, sondern nehme die Offenbarungen Gottes durch den Glauben an! Man vermeine auch nicht, Gott und göttliche Dinge durch den Verstand ergründen zu können, er ist ein hierzu durchaus ungeeignetes Instrument! Niemand will Radiowellen durch Auge oder Gefühl nachweisen, sondern er bedient sich dazu eines geeigneten Apparates, nämlich eines Radio-Empfanggerätes. Der Verstand des Menschen soll in dem ihm zugewiesenen Bereiche tätig sein, wie eingangs erwähnt. Aber es gibt Bereiche, in denen er nichts ausrichten kann, weil er hier gänzlich ungeeignet ist und irreführt. Dem Glauben allein sind göttliche Dinge zugänglich. "Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht" (Hebr 11,1). Der ganze Gegenstand mündet demnach in die Fragen ein: Ist die Bibel göttliche Offenbarung? Hierüber sollte sich jeder Leser unbedingt Klarheit verschaffen!

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