2. Korinther 5,20

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Der Admin

Zum Nachdenken!

"Jede Verbindung mit der Welt hindert uns daran, die Welt zu überwinden".

J. N. D.
E+E 1959

Im Anfang schuf Gott

"Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde." (1. Mose 1)

Könnte es einen passenderen, würdigeren Anfang des Wortes Gottes geben als diesen? Wäre der Mensch der Schreiber, so würde er dem, was er mitzuteilen im Begriff stand, gewiß eine möglichst eindrucksvolle Einleitung gegeben, vor allen Dingen versucht haben, seinen Lesern zu sagen, wer und was Gott ist. Nicht so der Heilige Geist, der Mose und nach ihm die übrigen Schreiber "inspirierte", der ihnen "eingab", was sie verkündigen oder niederschreiben sollten, "nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist" (1. Korinther 2,13) . Seine Sprechweise, Seine Art ist ganz anders als die der Menschen, sie ist unmittelbar göttlich. Wir werden hier sofort vor die Offenbarung einer Tatsache gestellt, die kein Mensch vorher kannte, auch nie hätte in Erfahrung bringen können, wenn sie nicht in dieser Weise geoffenbart worden wäre. Der Mensch kann aus dem, was er sieht, hört, erforscht usw., Schlüsse ziehen, sich Meinungen bilden, und er hat das im Blick auf die Entstehung aller Dinge von jeher in der ausgiebigsten Weise getan; aber Gewisses, bedingungslos Feststehendes kann er nicht darüber vermitteln, aus dem einfachen Grunde, weil er noch nicht da war, als diese Dinge in Erscheinung traten. Die "Wahrheit" wäre uns für immer unbekannt geblieben, wenn es Gott nicht gefallen hätte, sie uns zu offenbaren. "Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde." Sieh da, mein Leser, die einfache, aber so große Wahrheit von der Schöpfung. "Durch Glauben verstehen wir, daß die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, sodaß das, was man sieht, nicht aus Erscheinendem - d. h. ais Dingen, die mit den Sinnen wahrgenommen werden können - geworden sind" (Hebräer 11,3). Gott schuf - ähnlich wie im Neuen Testament im Blick auf das Erlösungswerk lesen: "Gott sandte" (Galater 4.4). Schöpfung und Erlösung bezeugen, obwohl in ganz verschiedener Weise, Seine Herrlichkeit. Offenbart sich in der zweiten die Herrlichkeit Seiner Gnade, so zeigt sich in der ersten die herrliche Größe Seiner Macht und Weisheit. Geradezu überwältigend ist, wie schon angedeutet, auch die Sprache, in welcher der wahrhaftige Gott, der allein die Wahrheit kannte, sie dem Menschen mitteilt. Nur Er konnte sie mitteilen, und fürwahr, Er hat es getan in einer Einfachheit und Erhabenheit, die Seiner würdig ist. "Im Anfang schuf Gott." Da war nicht etwa ein "Urstoff", wie man zu sagen pflegt, waren nicht Dinge, die neben und mit Gott bestanden hätten, die Er als Unterlege Seines Wirkens oder als Gegenstand Seines Gestaltens benutzt haäät. Er sprach: "Es werde!" und es ward, "Er gebot, und es stand da" (Psalm 33,9). So besitzen wir eine göttliche Grundlage dafür, wie die Dinge wirklich liegen, eine göttliche Mitteilung von Tatsachen, die für den Glauben von weitestgehender Bedeutung und von tiefsten Interesse ist, und die gerade ihre schmucklose, ungezwungene, jede Anstrengung entbehrende Art einen solch tiefen Eindruck aus den Leser macht. Die gewaltige Tatsache wird berichtet, als wenn es sich um ein alltägliches Ereignis handle. Auch der zweite Vers berichtet in wenigen Worten eine zweite Tatsache, die, obwohl von unmittelbar gegensätzlicher Bedeutung, doch kaum weniger wichtig für und ist als die erste: "Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe". Hat Gott sie so geschaffen, Er, der Gott der Ordnung, der Gott, der Licht ist? Ist sie als ein Chaos, als ein in Finsternis liegendes, wüstes Durcheinander, aus Seiner Schöpferhand hervorgegangen? Unmöglich! So etwas gibt es in den Wegen unseres Gottes nicht. Der Vers will uns nur mitteilen, wie es auf der Erde aussah, als Gott begann, sie für den Menschen umzugestalten, sie zu bilden ihm zur Wohnstätte und zum Schauplatz Seiner eigenen Wege mit den Menschenkindern bis hin zur Erscheinung Seines geliebten Sohnes. Als Er sie schuf, war sie, wie alles, was aus Seiner Hand hervorgeht, vollkommen, herrlich und schön. Wie aber ist sie so geworden? Und was war die Ursache ihrer Veränderung? Wie lang hat der Chaos-Zustand gewährt? Wir wissen es nicht, brauchen es auch nicht zu wissen, sonst würde Gott es uns mitgeteilt haben. Das eine nur ist gewiß, daß zwischen dem 1. und 2. Vers ein Zwischenraum von unbekannter Ausdehnung liegt, liegen muß. Im Anfang schuf Gott. Wann dieser Anfang aller Dinge war, ist uns nicht bekannt. Der Zwischenraum mag Tausende, Zehn- oder Hunderttausende unserer gegenwärtigen Erdjahre gedauert haben. Gott ist der ewige Gott. Vor Ihm sind tausend Jahre wie ein Tag. Wenn die Geologen auf Grund ihrer Forschungen behaupten, daß die Erde viel älter sein müsse als 6000 Jahre, so bestätigen sie damit nur die Wahrheit der Bibel. Die Vollkommenheit der Schrift ist unanfechtbar, das Wort Gottes besteht in Ewigkeit. Der erste Vers berichtet also die Erschaffung aller Dinge, des Himmels und der Erde; der zweite beschreibt den furchtbaren Zustand, in welchen die Erde durch irgend eine uns unbekannte Ursache geraten ist. Was war denn die Bestimmung, der Zweck der ersten Erde? Hat sie den Engeln, über deren Erschaffung das Wort uns auch nichts meldet, als Wohnplatz gedient, wie manches vermuten? Wieder müssen wir antworten: Wir wissen es nicht. Es hat Gott nicht gefallen, uns eine Mitteilung darüber zu geben. Es ist auch nicht Seine Weise, neugierige Fragen zu beantworten. Werden wir es einmal, "wenn das Vollkommene gekommen sein wird", erfahren? Vielleicht. Wenn es zur Verherrlichung Gottes und zu unserer größeren Freude dient, wahrscheinlich. Gedulden wir uns also bis dahin und bewundern wir heute die herrliche Größe unseres Gottes und die Genauigkeit Seines Wortes. "Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern." Auch dieses Wort scheint das bisher Gesagte zu bestätigen. Im 1. Verse, der mit dem Menschen nichts zu tun hat, wird der Geist Gottes nicht erwähnt, wenn aber der Mensch eingeführt werden soll, tritt auch der Geist Gottes in Tätigkeit, wie es wohl immer der Fall ist, wenn Gottes Tun für oder mit dem Menschen in Frage kommt. Sobald diese Erde für Adam und seine Nachkommenschaft zubereitet werden soll, erscheint die dritte Person der Gottheit als die unmittelbar in ihr wirkende Kraft. Das Evangelium Johannes, das die Person des Sohnes Gottes vor unsere Augen stellt, beginnt mit demselben Wort wie das 1. Buch Mose: "Im Anfang", nur mit dem Unterschiede, daß Johannes uns dann sofort noch vor den Anfang aller Dinge, in die Ewigkeit führt. Er spricht nicht von dem Schaffen Gottes im Anfang, sondern sagt: "Im Anfang war das Wort". Das "Wort", durch welches "alles geworden ist", mußte notwendigerweise vorher da sein, und es war da, war bei Gott und war Gott von Ewigkeit her.

Quelle: "Botschafter des Heils in Christo" 1931

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