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E+E 1959
Von ihren Sünden sprechen sie offen wie Sodom, sie verhehlen sie nicht. Wehe ihrer Seele!
Jesaja 3,9
Zu allen Zeiten und in allen Kulturen hat es Bereiche des menschlichen Lebens gegeben, die mit dem Mantel der Scham und der Verschwiegenheit bedeckt wurden. Sie waren, wie man sich heute gern ausdrückt, "tabu", das bedeutet unantastbar oder auch geheiligt.
Manchmal war es ein ungeschriebenes Gesetz, in dem die sittlichen Anschauungen der menschlichen Gesellschaft zum Ausdruck kamen, wie man es bei den Heiden findet, die in der Bibel in Römer 2,14 erwähnt werden. Oft waren es aber auch klar umrissene Gebote auf der Grundlage des Glaubens an Gott.
Heute leben wir in einer Zeit, in der vor allem auf dem Gebiet der Sexualität alle Tabus im Schwinden sind. Viele bejubeln diese Entwicklung, bei der die Ausübung des Triebhaften immer mehr von sittlichen Hemmungen befreit wird. Aber täuschen wir uns nicht: Enthemmung und Maßlosigkeit sind in der Geschichte der Menschheit immer Vorboten des Untergangs einer Kultur gewesen.
Es geht nicht darum, der Prüderie oder einer doppelbödigen Moral das Wort zu reden. Auch das ist eine Gefahr, denn Menschen neigen immer zu Extremen nach beiden Seiten. Zu den von Gott gegebenen Naturvorgänge brauchen wir kein gestörtes Verhältnis zu haben. Aber die Weisheit des Schöpfer-Gottes will verhindern, dass das Triebhafte dabei in Missbrauch ausartet, weil das Werden neuen Lebens letztlich etwas Heiliges ist, das Er für sich beansprucht. Hochachtung und respektvoller Abstand sind deshalb die Haltung, die sich hier geziemt. Die Ehe ist der von Gott eingesetzte Hort der Bewahrung dafür.
Quelle: Die Kalender "Die gute Saat"
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