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E+E 1959
Ein gewisser Mensch hatte zwei Söhne; und der jüngere von ihnen sprach zu den Vater: Vater, gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt; Und er teilte ihnen die Habe. Und nach nicht vielen Tagen brachte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste weg in ein fernes Land.
Lukas 15,11-13
Schon wieder dieses Gleichnis vom "verlorenen Sohn"! Sicher, es ist eine Art Klassiker unter den Gleichnissen, die Christus seinen Zuhörern erzählt, aber passt so etwas wirklich noch in unsere Zeit? -
Um das zu entscheiden, müssen wir es uns zuerst noch einmal ansehen: Es zeigt sich nämlich, dass die Vorgänge, die es abbildet, ausgesprochen aktuell sind. Beobachter, die sich mit den Entwicklungen in der menschlichen Gesellschaft befassen, haben den Ausdruck "Spaßgesellschaft" geprägt, um damit den Hang des heutigen Menschen zum mühelos erworbenen Wohlleben zu kennzeichnen: Tu, was dir Freude macht - hier und jetzt -, nicht erst lernen und arbeiten! Wozu erst heiraten und Verpflichtungen eingehen? Tu, was dir Freude macht! Und die Werbung verspricht "mehr Genuss" und "Wohlfühlen" bei allen nur möglichen Produkten.
Wie war das nun mit dem jüngeren Sohn im Gleichnis? Der Teil des Vermögens, "der mir zufällt", das heißt doch "als Erbe zufällt, wenn du stirbst, Vater". Da steht er und kann den Tod seines Vaters nicht abwarten. Hier und jetzt will er das Leben auskosten. Wie aktuell ist das!
Und das Erstaunliche geschieht: Der Vater gibt das Erbteil heraus. Gott ist ein großer Geber, der den Menschen nichts Gutes vorenthält, auch denen nicht, die Ihn lieber Tod wüssten.
Doch in der Nähe des Vaters hat der Sohn keine rechte Freude daran. Mehr Genuss! Ja - aber bitte ohne Gott! Und wie wierd das enden?
Aus dem Kalender "Die gute Saat"
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