2. Korinther 5,20

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Der Admin

Zum Nachdenken!

"Jede Verbindung mit der Welt hindert uns daran, die Welt zu überwinden".

J. N. D.
E+E 1959

Unterschiede zwischen Judentum und Christentum

Leider hat man die himmlische Berufung der Versammlung nicht im Herzen bewahrt. Deswegen drang bereits sehr früh in der Geschichte der christlichen Kirche eine Unzahl jüdischer Elemente in die Lehre und Praxis der Kirche ein. Selbst schon Paulus sah sich wiederholt genötigt, gegen judaisierende Lehrer vorzugehen.

Weil das Nicht-Unterscheiden der Haushaltungen und das Vermischen von Gesetz und Gnade heute fast die ganze Christenheit durchsetzt und zu verheerenden Folgen für den Frieden des Einzelnen und für das Zeugnis der Gesamtheit geführt hat und noch führt, möchte ich in diesem Kapitel über die verschiedenen Haushaltungen noch einmal die grundsätzlichen Unterschiede zwischen Judentum und Christentum, zwischen Israel und der Versammlung Gottes aufzeigen.

Israel war das irdische Volk Gottes, eine Nation auf der Erde mit irdischen Segnungen und Hoffnungen. Die Existenz und der Fortbestand dieses Volkes gründet sich auf dem Abraham gegebene Verheißungen Gottes, und es war von Grundlegung der Welt an auserwählt. Es gab eine besondere Klasse von Priestern und ein materielles Heiligtum, in dessen Inneres nur die Priester gehen durften; das Volk war draußen. Der Anbeter brachte tierische Schlachtopfer dar, er selbst aber blieb durch den Vorhang des Heiligtums von der Gegenwart Gottes ausgeschlossen. Das ganze System der Anbetung und des Dienstes unter dem Gesetz war äußerer Natur. Um daran teilzunehmen genügte es, in dieses Volk geboren worden zu sein.

Deswegen setzte sich die Versammlung Israels aus Gläubigen und Ungläubigen zusammen, es war eine gemischte Versammlung, von der nur einige wahren Glauben besaßen, während die Masse ungläubig war. Was Gläubige und Ungläubige dieser Versammlung zusammenhielt, war die nationale Klammer: Sie gehörten zu der Nation Israels, sie hatten nationale Hoffnungen für diese Erde, und ein äußeres Zeichen es ihnen allen gemein - die Beschneidung. Diese Nation stand unter der Verpflichtung, das Gesetz Moses zu halten. Das war die Grundlage ihrer Annahme vor Gott. Aufgrund des Werkes Christi hat dieses Volk, oder besser gesagt, hat ein Überrest aus diesem Volk eine Zukunft, aber diese Zukunft liegt auf dieser Erde und ist auf die Dauer der tausendjährigen Herrschaft Christi beschränkt.

Die Versammlung Gottes oder das wahre Christentum steht zu all den genannten Merkmalen des Volkes Israel in vergangenen und zukünftigen Tagen in vollständigem Gegensatz. Die Gläubigen, die die Versammlung bilden, sind vor Grundlegung der Welt auserwählte (Eph 1,4). Die Versammlung selbst hat in dem vollbrachten Erlösungswerk Christi ihre ewig gültige Grundlage. Gebildet wurde sie indes durch das Herabkommen des Heiligen Geistes (als Folge des Todes Christi, Seiner Auferstehung und Seiner Himmelfahrt), wobei die einzelnen Glieder untereinander und mit dem verherrlichten Haupt im Himmel als zu einem Leib verbunden sind.

Die Berufung dieser organischen Einheit aus wahren Gläubigen aus Juden und Nationen ist ebenso himmlisch, wie es ihre Hoffnung und ihre Segnungen sind. Für sie ist der "Vorhang" zerrissen: Sie haben im Glauben Zutritt zum himmlischen Heiligtum Gottes (Heb 10,19-22). Ja, noch mehr: Alle wahren Gläubigen bilden selbst ein geistliches Haus, den Tempel Gottes (Eph 2,10-22). Zudem sind sie alle ohne Ausnahme Priester, ein heiliges Priestertum, und bringen geistliche Schlachtopfer dar (1. Pet 2,4.5), das heißt, sie haben alle das Vorrecht und die Befähigung in Christus Jesus, Gott in Geist und Wahrheit anzubeten (Joh 4,23.24)). Sie stehen nicht unter Gesetz, sondern unter Gnade (Röm 6,14). Das Gesetz ist weder das Mittel zu ihrer Errettung, noch ist es ihre "Lebensregel", ihr Maßstab für ihr praktisches Verhalten. Sie sind mit Christus dem Gesetz gestorben (Gal 2,19.20), um in Neuheit des Lebens (Röm 6,4) und in der Kraft des Geistes zu wandeln. Der Maßstab dafür ist Christus selbst. Sie hoffen nicht auf eine nationale Wiederherstellung und Wiedergeburt (wie Israel sie erfahren wird; Hes 36 und 37), sondern sie sind bereits von neuem geboren (Joh 3,3-8) und erwarten die Wiederkunft Christi (1. Thes 4,15-18), der sie aus dieser Welt in die Herrlichkeit Gottes, ja, in das Haus Seines Vaters führen wird (Joh 14,2.3). Dort, an dem Ort höchster Glückseligkeit, wo der Vater und der Sohn seit Ewigkeit wohnen, werden auch sie wohnen - und nicht für tausend Jahre, sondern in alle Ewigkeit.

Gepriesen, gepriesen sei der Name Gottes, des Vaters, und der Name Seines Sohnes, unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus, für solche Gnade!

 

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