Die Wahrheit Gottes verändert sich nie. Der Mensch kann fehlen in dem Zeugnis, das zu sein er berufen ist, aber die Wahrheit bleibt unveränderlich. In den schwierigsten Umständen und Zeiten kann der Glaube immer auf dem ruhen, was von Anfang war. Was wir bedürfen, ist ein einfältiges Auge, das mit der Herrlichkeit Gottes beschäftigt ist, und ein ungeteiltes Herz, erfüllt mit dem Wunsch, die Rechte des Herrn festzuhalten. Ebenso nötig sind Gehorsam dem Worte Gottes gegenüber und völlige Abhängigkeit vom Heiligen Geist. Mögen Christus und Seine Herrlichkeit der Gegenstand unserer Zuneigungen und das Ziel unseres Lebens sein!
Die Menschen reden von verschiedenen Kirchen. Das Wort Gottes spricht nur von einer Kirche oder Versammlung. In den von Menschen gegründeten Kirchen gibt es viele Glieder ohne Leben; in der Versammlung des Herrn, die Sein Leib ist, gibt es nur Gläubige, die das göttliche Leben besitzen und eins mit Christus sind, dem verherrlichten Haupte im Himmel.
Der Beginn der Versammlung war der Tag der Pfingsten. Obgleich die Heiligen des alten Testamentes wahrhaft wiedergeboren waren, hatten sie doch nicht die Verbindung mit einem zur Rechten Gottes erhöhten Christus. Er, der himmlische Mensch, ist das Haupt der Versammlung, und diese ist Sein Leib hier auf der Erde, "die Fülle dessen, der alles in allem erfüllt". Alle wahren Gläubigen bilden die Versammlung, nicht die Bekenner, die nicht wahrhaft des Christus sind.
Obgleich wiele wirklich Wiedergeborene jetzt voneinander getrennt und zerstreut sind in den verschiedenen, von Menschen eingerichteten religiösen Benennungen, sind sie in den Augen Gottes doch eins in Christus, und die werden bald offenbar in Herrlichkeit in dieser vollkommenen Einheit, die die Frucht Seines Werkes am Kreuze ist. Diese Einheit der Heiligen sollte auf Erden praktisch dargestellt werden als ein Zeugnis vor der Welt. Was sich jedoch zeigt, ist Zersplitterung (Spaltung) und ein völliger Verfall.
Gottes Art und Weise ist es niemals, zu verbessern, was der Mensch verdorben hat. Trotzdem gibt es einen durch das Wort Gottes bezeichneten Weg für den Glauben der Treuen angesichts der vielen, von Menschen gemachten Gemeinden und Kirchen. Der Herr Jesus hat da Seine Gegenwart verheißen, wo zwei oder drei versammelt sind zu Seinem Namen hin. Diese werden immer das Vorrecht haben, Seinen Tod zu verkündigen, bis Er kommt.
Die also Versammelten werden sich mit dem Herrn über jeden freuen und ihn aufnehmen, der sich von den menschlichen Einrichtungen trennt, gesund ist im Glauben und rein in Lehre und Wandel. Sie bedürfen keiner menschlichen Autorität, noch eines amtlich eingesetzten Mannes, der die Aufsicht über sie führt, denn der Herr ist in ihrer Mitte. Soweit der Geist Gottes frei ist, in ihrer Mitte zu wirken, ohne betrübt worden zu sein durch einzelne Gläubige oder gedämpft bei ihrem Zusammenkommen im Namen des Herrn, werden die Heiligen den Gottesdienst und das gemeinsame Gebet ausüben und erbaut und getröstet werden.
Die Heilige Schrift erkennt keine andere Vereinbarung von Christen an als nur diese, die Gott gebildet hat, indem Er die Glieder des Leibes Christi mit ihrem Haupt vereinigte durch den einen Geist. Es würde vergebens und den Gedanken Gottes entgegen sein, das im Verfall befindliche christliche Bekenntnis zu dem ersten Zustand vom Tage der Pfingsten zurückführen zu wollen. Eine solche Absicht w3ürde beweisen, daß man keine Erkenntnis von dem Verfall hat. Der einzelne hingegen hat immer das Vorrecht, mit denen, die den Herrn anrufen aus reinem Herzen, im glauben bis zu Seiner nahen Ankunft Sein Wort zu bewahren und Seinen Namen nicht zu verleugnen. Wie groß auch der Verfall und wie mannigfaltig die Spaltungen sein mögen, dürfen und können wir festhalten,
was von Anfang war.
Quelle: "Ermunterung + Ermahnung" 1970