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E+E 1959
In 1. Korinther 12, Vers 12 und 13 begegnet uns die Wahrheit von dem einen Leib nach einer kurzen Erwähnung in Verbindung mit dem Tisch des Herrn in Kapitel 10 zum zweiten Mal in diesem Brief:
"Denn so wie der Leib einer ist und viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich viele, ein Leib sind: so auch der Christus. Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden, es seinen Juden oder Griechen, es seien Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden."
Um die Einheit der Gläubigen bei all ihren persönlichen Verschiedenheit und Mannigfaltigkeit darzustellen, benutzt der Apostel Paulus hier erneut das Bild des menschlichen Körpers. So wie der natürliche Leib aus vielen, verschiedenartigen Gliedern besteht, dennoch aber einen zusammenhängenden Organismus bildet, so ist auch die Versammlung ein harmonisches Ganzes, eine organische Einheit und harmonisiert mit den verschiedenen Gaben, die der Geist austeilt, wie Er will. Auf diese Gaben kommen wir, wie bemerkt, in einem späteren Kapitel zu sprechen. So innig ist diese Verbindung zwischen dem Haupt und dem Leib, dass Christus und die Versammlung zusammen "der Christus" genannt werden: "So auch der Christus." Wir hätten nicht gewagt, das so auszudrücken, sondern hätten sicher gesagt: "So auch die Versammlung." Wunderbare Gnade Gottes! Gott betrachtet Christus und die Versammlung als einen geheimnisvollen Menschen, der, obwohl er viele Glieder hat, vollkommen eins ist. Die Versammlung ist eins gemacht mit Ihm, und dies deswegen, weil "wir alle in einem Geist zu einem Leib getauft worden sind, es seien Juden oder Griechen, es seinen Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt worden."In diesem Leib haben alle religiösen und gesellschaftlichen Unterschiede aufgehört; Christus ist "alles und in allem" (Kol 3,11).
In (oder in der Kraft von) einem Geist getauft zu werden, bedeutet nicht, göttliches Legen zu empfangen. Diese Taufe wird, wie wir bereits gesehen haben, nicht toten Ungläubigen geschenkt, sondern nur den bereits Lebendig-Gemachten. Der Heilige Geist, den Gott als Antwort auf das vollbrachte Werk Seines Sohnes am Tag der Pfingsten auf diese Erde herabsandte, verband die wahren Gläubigen mit Christus in der Herrlichkeit und verband sie untereinander. Was also machte die Gläubigen zu Gliedern am Leib Christi? Die Taufe mit dem Heiligen Geist! Nicht etwa die Wassertaufe; denn diese ist eine rein persönliche Sache ("Jeder von euch werde getauft"; Apg2,38), sie ist ein Begräbnis, und sie geschieht auf den Tod Christi (Röm 6,2,3).
Bestehr ein Unterschied zwischen "In einem Geist zu einem Leib getauft werden" und "Mit einem Geist getränkt werden"? Was bedeuten diese Ausdrücke? Nun, ich wage einmal folgende Erklärung. "In einem Geist" bezeichnet offensichtlich den göttlichen Einfluss, die wirkende Kraft, die bei dem geheimnisvollen Vorgang "Taufe mit Heiligem Geist" in Tätigkeit ist (obwohl natürlich der Heilige Geist absolut Gott, eine Person der Gottheit ist). "Zu einem Leib" zeigt dagegen das Ergebnis, das erreicht werden sollte und erreicht wurde. "Mit einem Geist getränkt werden" schreint mit den Weg, die Art und Weise anzudeuten, wie dieses Ereignis erreicht wurde. Das griechische Wort >potízo< bedeutet >tränken, zu trinkengeben<. Der Satz "Und sind alle mit einem Geist getränkt worden" sagt also: Wir sind alle dahingeführt worden, den einen Geist, den Heiligen Geist, zu trinken. Ich glaube nicht, dass das nur ein Beseeltsein von ein und derselben Gesinnung meint, sondern nehme an, dass hier von dem persönlichen Empfang des Heiligen Geistes gesprochen wird. Es mag eine Anspielung auf Johannes 7, Verse 37-39, sein - Verse, mit denen wir uns schon beschäftigt haben. Dort war das Ergebnis hervorfließen würde. Hier ist das Ergebnis, dass die einzelnen Gläubigen durch den persönlichen Empfang des Heiligen Geistes dem einen einen Leib, dem Leib Christi, hinzugefügt werden.
Der 13. Vers in 1. Kirinther 12 ist eine absolute Aussage, die in der Vergangenheitsform steht und einen in der Vergangenheitabgeschlossenen Vorgang bezeichnet: "Denn auch in einem Geist sind wir alle zu einem Leib getauft worden ... und sind alle mit einem Geist getränkt worden." Das führt mich zu der Bemerkung, dass es nicht jeden Tag neu eine Geistestaufe gibt.
Der Leib wird nicht immer wieder neu gebildet. Der Herr hatte in Apostelgeschichte 1, Vers 5, davon gesprochen, die Tatsache selbst fand am Tag der Pfingsten statt Apg 2). Anfangs bildeten nut Gläubige aus den Juden die Versammlung. In Apostelgeschichte 8 und 10 werden dann die Gläubigen aus den Samaritern und den Nationen eingeführt. Der Leib Christi hatte seine beabsichtigte und volle Gestalt erst, als auch die Gläubigen aus den Nationen in diese Einheit eingefügt wurden. Deswegen sagt der Apostel: "Es seien Juden oder Griechen." Aber dieses spätere Hinzufügen Einzelner zum Leib Christi wird in der Schrift nie >Taufe mit Heiligem Geist< genannt, sondern >Versiegelung< und >Salbung< (2. Kor 1,21.22; Eph 1,13.14; 4,30; 1. Joh 2,20). Der Gläubige, der sich heute in der Zeit der Gnade im Glauben auf das Werk Christi stützt, empfängt persönlich den Heiligen Geist, er wird mit Ihm versiegelt oder gesalbt. Es ist derselbe Heilige Geist; und dadurch, dass Gott, der Heilige Geist, nun in dem Körper des Gläubigen wie in einem Tempelo wohnt (1. Kor 6,19), wird er ein Glied am Leib Christi. Unermessliches Vorrecht!
Dass die Schrift für das Hinzufügen Einzelner nach Pfingsten den Ausdruck >Taufe mit dem Heiligen Geist< vermeidet, sei an einigen Beispielen aus der Apostelgeschichte aufgezeigt:
"Tut Buße, und jeder von euch werde getauft auf den NamenJesus Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen" (Apg 2,38).
"... die, als sie hinabgekommen waren, für sie beteten, damit sie den Heiligen Geist empfingen; denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus" (Apg 8,15.16).
"Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten" (Apg 10,44).
"Und er fand einige Jünger und sprach zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid? ... und als Paulus ihnen die Hände aufgelegt hatte, kam der Heilige Geist auf sie" (Apg 19,2.6).
Ich habe versucht zu zeigen, dass die Taufe mit dem Heiligen Geist ein einmaliges Ereignis war, wodurch der Leib Christi auf der Erde gebildet wurde, und dass die einzelnen Gläubigen späterer Tage durch den persönlichen Empfang des Heiligen Geistes an dieser Segnung teilhaben. Vielleicht ist es nützlich, zur weiteren Erklärung ein Bild anzufügen, das ein längst heimgegangener Diener des Herrn hierfür gebraucht hat.
Stellen wir uns einen schönen Sommertag und einen Teich vor, der bei völliger Windstille ruhig daliegt. Dieser Teich ist von seinem Rand her ziemlich dicht mit Binsen bewachsen, die vereinzelt bis zur Mitte vordringen. Nun werfen wir in die Mitte des Teiches einen Kieselstein. Er sinkt glucksend nach unten, und auf der Oberfläche des Wassers entsteht eine kreisförmig sich ausbreitende Wellenbewegung. Dieser Steinwurf soll den Tag der Pfingsten entsprechen, und die anfangs kleine Welle umfasst die kleine Schar im Obersaal, jene hundertzwanzig.
Um zu unserem Bild zurückzukommen: Schnell weitet sich nun der Kreis aus und erreicht bald die nächsten Binsen und schließt auch sie ein. Und während sich die kreisförmige Welle weiter und weiter ausbreitet und schließlich das Ufer erreicht, umschließt sie mehr und mehr Binsen, bis sie endlich alle erfasst hat. Geradeso wird jede Seele, die durch den Glauben an Christus errettet und mit dem Heiligen Geist versiegelt wird, mit eingeschlossen in die Taufe des Heiligen Geistes. Es ist nicht jedes Mal eine neue Taufe, aber alle Versiegelten haben Teil an dieser Segnung, gehören zu dieser wunderbaren Einheit.
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